- Bildquelle: Fotolia_vichie81 © Fotolia_vichie81

#Sightseeing sponsored by Steuern

Der Englischleistungskurs eines Berliner Gymnasiums suchte sich für seine Klassenfahrt ein ganz besonderes Reiseziel aus. Nicht, Harz, Weimar oder Allgäu war das Ziel der Schüler: Sie wollten lieber über den großen Teich nach New York. Flug und Unterkunft zum Big Apple, das können sich mit Sicherheit nicht alle Eltern leisten. Für den USA-Trip mussten Mama und Papa aber keinen Cent zahlen. Die Kosten in Höhe von 38.085 Euro übernahm nach Angaben des „Tagesspiegel” nämlich komplett der deutsche Steuerzahler.

#So kamen die Schüler an die Finanzspritze

Im Rahmen des Bildungspakets unterstützt der Bund Kinder von Geringverdienern bei Ausgaben im Zusammenhang mit der Schule. Sowohl Nachhilfe, Schulessen aber eben auch Klassenfahrten fallen in den förderungswürdigen Bereich hinein. Im Land Berlin gibt es dabei offenbar keine offizielle Grenze dafür, wie teuer eine vom Staat gesponserte Klassenfahrt pro Schüler sein darf. Normalerweise haben Lehrer und Eltern aber dennoch bei der Planung ein Auge darauf, dass die Ausgaben für die Reise moderat bleiben. Im Falle der Berliner Gymnasiasten hatten aber alle 15 Teilnehmer der Fahrt Anspruch auf die Förderung – und planten ihren Trip daher großzügig.

#Schulleiter gab grünes Licht

Wie die Zeitung weiter berichtet, setzten sich die Kosten pro Schüler wie folgt zusammen: 2.189 Euro für Flug und Unterkunft, 140 Euro für Verpflegung, 210 Euro für Nebenkosten. Der Englischleistungskurs habe dem Schulleiter den Kostenvoranschlag vorgelegt und seine Freigabe erhalten. Inzwischen gibt der Rektor jedoch zu, dass diese Entscheidung womöglich ein Fehler war.

Angeber-Fact: In Genuss des Bildungspakets kommen nicht nur die Berliner Schüler. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nehmen 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche die Leistung in Anspruch. Bei der Mehrheit dürfte die Hilfe aber sinnvollere Dinge als eine New York-Reise finanzieren.