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Urlaub & Reisen

Vorsicht: Gefälschte Urlaubsfotos im Reisekatalog

06.05.2013 • 10:00

Großer Pool, üppiges Buffet, schickes Zimmer – so stellen sich viele Menschen ihren Urlaub vor. Die Bilder im Reisekatalog versprechen genau das. Vor Ort wartet dann oft die große Enttäuschung.

Bilder im Reisekatalog sind oft geschönt

Ein Reisekatalog im Reisebüro soll eigentlich dazu dienen, potenziellen Urlaubern ein realistisches Bild des Hotels und der nahen Umgebung zu vermitteln. Doch was hier gedruckt wird, muss nicht unbedingt der Realität entsprechen. Gleiches gilt für die Fotos, die auf den Internetseiten der Anbieter landen.

Rainer Hackenberg, professioneller Hotelfotograf aus Köln, kann davon ein Lied singen. Er weiß: Nirgendwo wird so viel nachgeholfen wie bei Urlaubsfotos im Reisekatalog. So wird die vielbefahrene Straße vor dem Hotel mal schnell wegretuschiert und gegen eine grüne Wiese ausgetauscht. Oder das Buffet, das dem Urlauber schon vor der Reise das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt, gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Ein weiterer Fake im Prospekt: Typische Sehenswürdigkeiten werden per Bildbearbeitungsprogramm einfach direkt neben das Hotel oder sogar vor den Balkon des Hotelzimmers gesetzt. Schwupps, hat der Urlauber einen Blick vom Bett aus den perfekten Blick auf das Kapitol in Washington oder den Kölner Dom.

Reiserecht: Haben Urlauber Anspruch auf Erstattung?

Was sich lustig anhört, ist tatsächlich eine fiese, aber lukrative Masche. Nicht selten entscheiden die Urlaubsfotos im Reisebüro darüber, ob Kunden einen Urlaub buchen oder sich nach einem anderen Angebot umschauen.

Doch sind die Tricks der Reiseanbieter überhaupt legal? Das Reiserecht Unterkunft sagt: Jein! Wurden die Katalogbilder nachweislich gefälscht beziehungsweise bis zur Unkenntlichkeit überarbeitet, haben Sie gute Chancen, etwas vom Reisepreis wiederzubekommen. Den Unterschied sollten Sie mit der eigenen Kamera dokumentieren und zusammen mit dem Bild aus dem Reisekatalog beim Veranstalter einreichen.

Bei einer weniger plumpen Manipulation wird es schwieriger, sein Reiserecht einzuklagen. Wurde auf den Urlaubsfotos nur die Perspektive geschickt gewählt, stark eingezoomt, um die unschöne Umgebung auszublenden, oder ein Fischaugenobjektiv zum Fotografieren genutzt, um das Hotelzimmer größer erscheinen zu lassen, haben geprellte Urlauber kaum Möglichkeiten, Anspruch auf Erstattung zu erheben.