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Ein Ziel, zwei Möglichkeiten

Start in die Gartensaison ! Wer eine Dachbegrünung in Betracht zieht, für den gibt es zwei Möglichkeiten: eine extensive und eine intensive Variante. Welche davon umsetzbar ist, hängt von der Statik des jeweiligen Gebäudes ab. Wie viel Gewicht das Dach tragen kann, muss daher im Vorfeld von einem Architekten geklärt werden. Für eine extensive Dachbegrünung – sprich eine Bepflanzung von bis zu 20 Zentimeter hohen Pflanzen – muss die Konstruktion so stabil sein, dass sie pro Quadratmeter 40 bis 150 Kilo Zusatzgewicht tragen kann.

Ist das Gebäude besonders tragfähig, kann auch eine Intensivbegrünung in Betracht gezogen werden. Sie bringt etwa 150 bis 500 Kilo Mehrgewicht pro Quadratmeter mit. Doch was bedeutet Intensivbegrünung? Es meint eine Dachbepflanzung mit Stauden, Gräsern und sogar kleinen Bäumen, die bis zu 40 Zentimeter hoch sein können.

Welche Variante für Sie auch in Betracht kommt – mit einer Dachbegrünung profitieren Sie von mehreren Vorteilen: Die Pflanzen reinigen die Luft von Schadstoffen und im Winter können Sie sogar Heizkosten sparen – denn die Begrünung fungiert als ideale Dämmung von oben.

Wie muss eine Dachbegrünung aufgebaut sein?

Woher das hohe Zusatzgewicht durch die Dachbegrünung? Durch die verschiedenen Schichten, die auf das Dach aufgetragen werden – denn die Pflanzen bilden nur eine von insgesamt sieben Lagen. Zuunterst liegt ein Vlies, das Dach und Begrünung voneinander trennt, darüber kommt eine Schutzfolie. Diese muss wasserfest sein und sollte eine möglichst lange Garantiezeit haben. So sind Sie für den Fall eines Wasserschadens abgesichert. Wer mag, kann darauf noch eine Wurzelschutzfolie legen.

Die nächste Schicht bildet eine Speichermatte, es folgt eine Drainage, die aus zwei Gründen wichtig ist: Zum einen speichert sie Wasser, das von den Pflanzen nicht aufgenommen werden kann, zum anderen leitet sie überschüssiges Wasser ab, sodass Schimmelbildung verhindert wird. Achten Sie außerdem darauf, dass das Dach über einen Ablauf verfügt, durch den Wasser abfließen kann.

Über dem Drainage-Element dient eine weitere Vliesschicht zur Filterung von Feinteilen aus der darüber befindlichen Erde. Diese sollte besonders leicht und durchlässig sein und zum Beispiel aus Lava oder Ziegelsplitt mit einem maximalen Humusanteil von 15 Prozent bestehen. Sind alle Schichten aufgebracht, können zuoberst die Pflanzen angelegt werden – dann heißt es erst einmal: Geduld haben, denn bis ein Dach flächig bewachsen ist, kann es ein paar Jahre dauern.

Dachbegrünung selber machen: Welche Pflanzen?

Sie möchten eine extensive Dachbegrünung anlegen? Dafür eignen sich besonders wasserspeichernde Pflanzen wie Steinbrech, Hauswurz und Mauerpfeffer. Tipp: Streuen Sie kurze gestückelte Triebe der Pflanzen auf der Erde aus – und zwar am besten im Mai oder Juni, September oder Oktober. Als Alternative können Sie auch Flachballenstauden anpflanzen.

Die gleichen Pflanzen können Sie natürlich auch für eine intensive Dachbegrünung verwenden. Ergänzen Sie diese aber beispielsweise durch einige Ziergräser, Fingerkraut und Lavendel oder Thymian. Letztere verströmen zugleich einen betörenden Duft.

Die richtige Pflege

Wie ein normaler Garten benötigt auch die Dachbegrünung regelmäßige Pflege. Das bedeutet: viermaliges Gießen pro Woche im ersten Monat. Danach ist die Dachbegrünung pflegeleicht. Das Gießen übernimmt der Regen, ansonsten müssen Sie nur zweimal im Jahr Unkraut jäten. Tipp: Entfernen Sie Birken- und Weidensamen unbedingt vom Dach, denn diese Bäume sind zu groß und schwer fürs Oberdeck.

Welche Kosten auf Sie zukommen

Eine genaue Summe für eine Dachbegrünung lässt sich pauschal nicht nennen, denn die Kosten hängen davon ab, wie groß das Dach ist, ob Sie sich für eine intensive oder extensive Dachbegrünung entscheiden und ob Sie alles selber machen oder sich dabei helfen lassen. Grundsätzlich aber können Sie mit etwa 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter fürs Material rechnen, wenn Sie zum Beispiel das Dach einer Garage selbst bepflanzen.

Zuweilen können Sie auch von Zuschüssen profitieren – ob oder wie hoch diese sind, hängt aber von der jeweiligen Kommune ab. Wer ein altes Gebäude saniert und begrünt, sollte sich einmal über KfW-Förderprogramme informieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt auch im Falle einer Dachbegrünung oft attraktive Kredite.

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