Ratgeber

Geruchloses Kompostieren in der Küche – mit Bokashi-Eimer kein Problem

Bokashi – so funktioniert der Spezialkompost-Eimer

Ein Kompost-Methode aus Japan erobert deutsche Küchen: der Bokashi-Eimer ermöglicht geruchloses Kompostieren auf kleinstem Raum. Grob übersetzt, bedeutet das japanische Wort bokashi „schrittweise umsetzen“. Und das ist auch die Aufgabe des Bokashi-Eimers: Bioabfälle Schritt für Schritt in hervorragenden Dünger zu verwandeln. 

Zwei Hände gefüllt mit brauner, lockerer Erde
Kompostieren wie ein Profi: Im Bokashi-Eimer kein Problem! © E+

Viel braucht es nicht dazu. Einen luftdichten Raum, in dem die organischen Substanzen fermentieren können, Mikroorganismen, die sich um die „Umsetzung“ kümmern sowie einen Ablauf und Auffang, um die verflüssigten Bioabfälle getrennt vom Rest zu speichern. Wie groß oder klein ein Bokashi ist, bleibt Ihnen überlassen – das Prinzip funktioniert in jeder Größe.

Einen Bokashi können Sie ganz einfach selber bauen

Wer seine Zimmer- oder Gartenpflanzen liebt, kann sich einen Bokashi mit wenigen Handgriffen, geringem Zubehör und minimalem handwerklichen Geschick selbst bauen. Dabei gilt als erstes zu entscheiden, wie viel Platz in der Küche zur Verfügung steht und wie viel Dünger Sie erzeugen möchten, denn davon hängen Größe und Standort des Bokashi-Eimers ab.

Der Bokashi-Eimer für die Küche

Für den normalen Zimmerpflanzenbestand reicht der Dünger eines kleinen Bokashi, den Sie in der Wohnung, beispielsweise in der Küche, aufstellen können. Dazu benötigen Sie nur zwei gleichgroße Gefäße, die vollständig luftdicht verschließbar sind, etwa zwei identische Kunststoffeimer mit Deckel oder auch PET-Schraubdosen mit Deckel. Im Prinzip geht es darum, einen luftdichten Raum mit zwei getrennten Kammern zu schaffen, in denen sich feste Kompostbestandteile vom flüssigen Dünger trennen.

Und so geht’s:

  • Lösen Sie die Deckel von den zwei Gefäßen und kleben Sie die Deckel mit Gewebeband Oberseite an Oberseite gut zusammenkleben, so dass keine Luft dazwischen eindringt.
  • Mit einem spitzen Messer, einer Ahle oder einem Bohrer etliche Löcher in die Deckel bohren.
  • Einen der Behälter mit etwas Bioabfall und Mikroben (diese können für den ersten Ansatz online bestellt werden – beim zweiten Ansatz verwenden Sie einfach einen Teil des gewonnenen Düngers) befüllen und den Doppel-Deckel aufsetzen und mit Klebeband fixieren, bzw. aufschrauben.
  • Als nächstes den zweiten, leeren Behälter auf der anderen Seite aufsetzen und mit Klebeband fixieren, bzw. aufschrauben. Wiederum darauf achten, dass wirklich alles luftdicht ist
  • Den fertigen Bokashi-Eimer mit dem leeren Glas nach unten an einem dunklen Ort aufstellen und warten, bis das untere Glas mit Dünger gefüllt ist

Tipp: Da es nicht sonderlich appetitlich ist, dem Bioabfall bei der Zersetzung zuzusehen, sollten Sie blickdichte Behälter verwenden oder den oberen Behälter blickdicht verzieren. Dazu eignet sich beispielweise die Serviettentechnik oder eine schöne Streifenbeklebung, oder Sie umwickeln das Glas mit Bast oder einem schönen Geschirrtuch.

Der Bokashi für den Garten

Möchten Sie größere Mengen Dünger erzeugen, benötigen Sie einen größeren Bokashi-Eimer, der sollte unbedingt über einen Zapfhahn verfügen sollte. Ein großer Bokashi kann z. B. aus zwei Kunststoffeimern bestehen, die luftdicht ineinandergesteckt werden und nach dem gleichen Prinzip funktionieren wie die Küchenglaslösung. Da der untere Eimer unbedingt einen Ablauf haben sollte, kann man auch eine Regentonne für diesen Zweck umbauen. Diese Tonnen sind in der Regel etwas stabiler und bereits mit einem Zapfhahn ausgestattet. Um ein Regenfass in einen Bokashi zu verwandeln, benötigen Sie einen durchlässigen Boden, der die obere und untere Fasshälfte vollständig trennt und die flüssigen Elemente effektiv nach unten abführt. Je nach Größe des Fasses kann das eine Metallplatte mit Löchern sein oder auch ein zweiter Tonnendeckel, den man in der Regel separat für Regentonnen bekommt. Stützen Sie diesen Zwischenboden von unten z. B. mit einem Kunststoff-Hocker ab, damit er das Gewicht des Bioabfalles tragen kann, und fixieren ihn an den Seiten mit Gewebeband. Schon ist der Garten-Bokashi fertig.

Dünger und Unkrautvernichter in einem – der Dünge-Sud aus dem Bokashi

Wenn Ihr Bioabfall in Kompost umgewandelt ist, besteht er aus zwei Komponenten: dem flüssigen Anteil und dem festen. Den Sud (das sogenannte Ferment) können Sie als Dünger verwenden. Dazu muss er jedoch unbedingt mit Wasser verdünnt werden, sonst schadet er den Pflanzen. Den festen Anteil können Sie einfach im Beet umgraben oder mit Erde vermischen und noch etwas stehen lassen, um eine hervorragende Pflanzerde herzustellen.

Auch als Unkrautvernichter leistet der Bokashi-Sud hervorragende Arbeit. Ohne jede Chemie wirkt der unverdünnte Sud dank der enthaltenen Mikroorganismen weiterhin zersetzend und kann, direkt auf das unerwünschte Kraut aufgesprüht, dieses zügig in neuen Dünger verwandeln.

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