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Cyber-Angriffe: Wie kann ich mich schützen?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Online-Kriminelle Sicherheitslücken für Cyber-Angriffe nutzen. Neu ist aber das Tempo, mit dem jüngst Zehntausende Computer befallen wurden.

Nach der globalen Cyberattacke war die Angst vor einer zweiten Angriffswelle groß. Doch Europol und das Weiße Haus gaben am Montag eine vorsichtige Entwarnung. Noch ist allerdings unklar, wer hinter dem Angriff auf Hunderttausende Computer in 150 Ländern steckt.

Ein solcher Angriff auf die eigenen Geräte ist eine schreckliche Vorstellung für jeden, der einen Laptop, einen PC oder ein Smartphone besitzt. Wir haben Professor Ulrike Lechner von der Bundeswehr-Universität gefragt: Wie kann ich mich überhaupt gegen so einen Cyber-Angriff schützen?

"Neue Sicherheits-Updates herunterladen ist ein ganz wichtiges Element und ein wichtiger Schritt. Typischerweise kann ein Hacker viele Eingriffspfade nutzen. Einer davon sind Links oder Dokumente, die per E-Mail ankommen. Das Fazit: Nichts öffnen, von dem man nicht sicher ist, dass es vertrauenswürdig ist."

IT-Experte: So etwas kann wieder passieren

Angesichts der Cyber-Attacke auf Zehntausende Computer haben Experten gefordert, die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. "Der Angriff hat eine bestehende Sicherheitslücke ausgenutzt, für die es bereits ein Sicherheitsupdate gab, und er war nur erfolgreich, wo dieses Update nicht aufgespielt wurde", sagte IT-Experte Michael Backes von der Universität des Saarlandes. So etwas könne wieder geschehen. Um eine bekannte Sicherheitslücke auszunutzen, brauche man nicht beliebig großes Expertenwissen. Der Angriff sei jedoch sehr weitflächig gewesen.

"Man hat versucht, mit einer ganz großen Kanone auf Europa und die Welt zu schießen. Das erfordert zumindest viele Personen und wahrscheinlich eine recht hohe finanzielle Unterstützung."

Es gebe kaum Möglichkeiten, den Hackern auf die Schliche zu kommen. Die Methode des Angriffs sei nicht neu gewesen, ergänzte Backes. "Neu war, dass plötzlich Ziele angegriffen wurden, die der Öffentlichkeit sehr bewusst machen, wie schlimm so ein Angriff ist, etwa dass Chemo-Patienten nach Hause geschickt wurden, weil man deren Daten nicht mehr hat." Es könne noch schlimmer kommen. "Ich erwarte irgendwann auch Angriffe, die umfangreicher, die kritischer sind." Man müsse noch mehr für die Sicherheitstechnik tun, sagte Backes, der selbst viele IT-Studenten ausbildet. "Wir sollten die Hürde für die Angreifer zumindest so hoch legen, wie es nur irgendwie geht." (dpa)

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