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Pflegen, schneiden, überwintern

Hortensien überwintern: Das ist jetzt im Herbst zu tun

  • Aktualisiert: 30.11.2022
  • 11:03
SrdjanPav

Hortensien gehören zweifelsohne zu den beliebtesten Pflanzen in den heimischen Gärten – und das, obwohl der Strauch lange als altmodisch galt. Diesen Ruf machte er jedoch schnell mit einfacher Pflege und seiner prachtvollen Blüte wett. Wie du die schöne Sommerblume pflanzen, pflegen und über den Winter bringst, liest du hier.

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Hortensien: Steckbrief und Beschreibung

Hortensien, fachsprachlich Hydrangea genannt, sind eine eigene Pflanzengattung, die der Familie der Hortensiengewächse angehören. Sie sind beliebte Ziersträucher, die ursprünglich aus den gemäßigten Regionen Süd- und Ostasiens sowie aus Nord- und Südamerika stammen. Das natürliche Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf wärmere Klimazonen in höheren Lagen.

Das typische Merkmal der Hortensie ist ihr opulenter Blütenstand. Die Dolden bestehen zumeist auf unscheinbaren, fruchtbaren Blüten im Zentrum, die von unfruchtbaren Scheinblüten umgeben sind. Diese großen farbigen Kelchblätter sind äußerst begehrt, weshalb sich die meisten Züchtungen darauf spezialisiert haben, diese hervorzuheben. Generell erstreckt sich die Blütezeit der Pflanze von Juni bis August, wobei die Dolden selbst im Winter dekorativ sind, wenn sich der Frost auf sie legt.

Kunterbunte Vielfalt: Die verschiedenen Hortensienarten 

Hortensien sind sehr vielfältig. Ob im Garten oder im Kübel kultiviert – die verschiedenen Arten finden sich schnell in ihrer Umgebung ein.
Hortensien sind sehr vielfältig. Ob im Garten oder im Kübel kultiviert – die verschiedenen Arten finden sich schnell in ihrer Umgebung ein.© pixabay

Eine andere Wuchsform hat beispielsweise die Kletterhortensie. Sie erreicht eine Höhe von sieben Metern. Zum Klettern nutzt sie Haftwurzeln, mit denen sie sich an einer Vorrichtung den Weg in luftige Höhen erleichtert. Ihre Blüte ist weiß.

Eine besondere Blütenform hat beispielsweise die Rispenhortensie. Während der Blütezeit zeigen sich fliederartige Rispen, die in Weiß erstrahlen. Die Extravaganz der Samthortensie zeigt sich in ihren flachen, weißen Dolden, die leichte Nuancen von Violett entwickeln. Optisch erinnert sie an die Tellerhortensie, deren sterile Blüten von fertilen Blüten umgeben werden.

Der beste Standort und Boden

Die Hortensie bevorzugt einen humosen und nährstoffreichen Boden, der leicht sauer ist. Mit einem geringen Kalkgehalt kommt sie zurecht, zu hoch sollte er allerdings nicht sein. Der ideale Standort ist windgeschützt und halbschattig, wobei viele Züchtungen auch pralle Sonne vertragen. Achte in jedem Fall darauf, dass die Pflanze mit ausreichend Wasser versorgt ist, denn sie ist sehr durstig.

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Hortensien überwintern und schützen

Einige Hortensiensorten sind winterhart und kommen mit den kälteren Temperaturen im Winter gut zurecht. Dazu gehören zum Beispiel Rispen- oder Ballhortensien. Sind die Hortensien allerdings in besonders kalten Regionen draußen angepflanzt, lohnt es sich dennoch die Erde an den Wurzeln mit einer etwas 10 bis 20cm dicken Schicht aus Rindenmulch oder Reisig zu bedecken. Auch das Laub aus dem Herbst könnt ihr dafür verwenden. So sind deine Pflanzen auch für Minusgrade bestens geschützt und können im Frühling eifrig los keimen. 

Bei Spätfrost im Frühjahr gilt aber Vorsicht. Denn wenn die Hortensien zu dem Zeitpunkt schon mit dem Austreiben angefangen haben, reagieren diese sehr empfindlich und können durch die plötzliche Kälte sogar absterben. Logisch - die neuen zarten Keime sind noch nicht so stark, dass sie die kalten Temperaturen abhalten können.

Hortensien in Kübeln überwintern

Du hast deine Hortensien in Kübeln angepflanzt, die jetzt draußen stehen? Auch kein Problem. Selbst wenn du Sorten hast, die nicht winterhart sind. Entweder du holst die Kübel über den Winter in dein Haus/deine Wohnung oder stellst sie in die Garage. Dort sind sie dann vor den Witterungen geschützt. Durch die Kälte und Dunkelheit, die in der Regel in Garagen vorherrscht bringst du sie sogar dazu, eine Art Winterschlaf zu halten, was gleichzeitig das Austreiben im Frühjahr begünstigt (klar, sie sind dann ja "ausgeschlafen"). Solltest du sie in deiner Wohnung oder in einem Gewächshaus überwintern ist es allerdings wichtig, dass es auch nicht zu warm wird (über 5 Grad Celsius), da sie sonst anfällig für Schildläuse sind und die durchaus benötigte Ruhephase im Winter gestört wird. 

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Möchtest du deine Hortensien auch im Kübel draußen überwintern, muss der Topf mindestens 30 bis 40cm Durchmesser haben und vor Frost und Witterung geschützt werden. Vor Wind und Regen bzw. Schnee kannst du sie ganz einfach fern halten, indem du die Kübel nah an die Hauswand und unter eine Überdachung stellst. Mit Tannenzweigen kannst du die Erde gut abdecken und die klirrende Kälte minimieren. Mit einem Vlies oder Leinensack kannst du den Topf umhüllen und von unten kannst du deine Pflänzchen schützen, indem du sie auf Styropor oder ein Holzbrett stellst. 

Hortensien gießen im Winter

Auch im Winter muss die Hortensie natürlich gegossen und gepflegt werden. Allerdings weniger als in den warmen Monaten. Staunässe sollte sogar vermieden werden, das würde ihr nur schaden. Mit Wasser also zurückhalten. Düngen kannst du sie dann wieder ab dem Frühjahr, damit sie stark und schön in den Frühling starten kann. In der Zwischenzeit vergiss nicht die mit Frost überzogenen Blütenblätter zu genießen.

Auch im Winter ist der Strauch ein echter Hingucker im Garten – vor allem, wenn sich glitzernder Frost auf die Blüten legt.
Auch im Winter ist der Strauch ein echter Hingucker im Garten – vor allem, wenn sich glitzernder Frost auf die Blüten legt.© pixabay

Hortensien pflanzen

Hast du dich für eine Sorte entschieden, kannst du die Hortensie kaufen. Im Fachhandel erhältst du die Blumen bereits ab Januar im Topf. Dann aber ist es wichtig, die Pflanze bis Mai drinnen aufzustellen. Denn erst nach den Eisheiligen dürfen Hortensien ins Beet eingepflanzt werden, da Jungpflanzen Frost nicht gut vertragen. Liegen die Temperaturen über 13 Grad ist der Zeitpunkt gekommen und du kannst die Pflanze nach draußen pflanzen.

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Im Frühjahr, nach den Eisheiligen, kannst du die Hortensien pflanzen.
Im Frühjahr, nach den Eisheiligen, kannst du die Hortensien pflanzen.© UBER IMAGES - Fotolia

Hast du einen guten Standort gefunden, neimm die Hortensie aus dem Topf und tauche den Ballen etwa zehn Minuten lang in einen Eimer mit Wasser, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Dann nämlich hat sich die Erde vollgesogen und ist gut mit Feuchtigkeit versorgt. Tipp: Das Pflanzloch, das du vorbereitest, sollte etwa doppelt so groß wie der Topf sein. So erleichterst du der Hortensie das Anwachsen und vermeidest, dass Wurzeln gestaucht werden oder gar abbrechen. Lockere außerdem die Ränder und den Boden des Lochs – so beugst du schon im Voraus Staunässe vor. Die mögen die Blumen nämlich gar nicht.

Nun setzt du die Hortensie ein. Orientiere dich in puncto Tiefe an dem Topf. Setzt du die Pflanze zu tief ein, kann Fäulnis entstehen, da die Wurzeln nicht ausreichend Sauerstoff bekommen. Möchtest du ein Hortensienbeet mit mehreren Sträuchern bepflanzen, achte auf ausreichend Abstand – denn einige Arten wuchern kräftig in die Breite. Informiere dich über die maximale Größe deiner Pflanze und lass entsprechend Platz. Gleiches gilt, wenn du die Hortensie im Kübel pflanzen willst. Plane ausreichend Raum für das Wurzelwerk ein und platziere die Pflanze an einem windgeschützten und halbschattigen Standort auf deiner Terrasse oder auf dem Balkon.

Übrigens: Auch im Sommer oder im frühen Herbst kannst du Hortensien pflanzen. Bei großer Hitze ist jedoch auf eine ausreichende Bewässerung zu achten, um dem Strauch das Anwachsen im Erdreich zu erleichtern.

Hortensien pflegen

Nachdem du die Hortensie gepflanzt hast, gieß sie ordentlich und gib ihr Zeit, sich in der neuen Umgebung einzufinden. Auf keinen Fall sollte zu diesem Zeitpunkt schon eine Düngung anstehen. Wichtiger ist es, nährstoffreiche Erde zu wählen, die die Pflanze mit allem, was sie braucht, versorgt. Für Rhododendron und Hortensie gibt es Spezialerde, die auf ihre jeweiligen Ansprüche abgestimmt ist. In der ersten Zeit ist es nicht allzu aufwändig, die Hortensien zu pflegen. Es ist allerdings wichtig, darauf zu achten, dass sie niemals austrocknet. Gieße dabei idealerweise mit weichem Wasser, zum Beispiel Regenwasser. Mit dieser Maßnahme förderst du eine hübsche Färbung der Blüten.

Hin und wieder kannst du deine Hortensie düngen. Im Handel findest du speziellen Hortensiendünger, der viel Stickstoff bei niedrigem Phosphorwert enthält. Dieser ist übrigens nicht nur für Hortensien, sondern auch für Rhododendren und Azaleen geeignet. Es genügt vollkommen, wenn du den ausgepflanzten Arten einmal im Frühjahr und einmal im Frühsommer einen Langzeitdünger in fester Form zur Verfügung stellst. Arbeite diesen leicht in die Erde ein und schon verbreiten sich seine Nährstoffe durch das Gießen im Boden. Topfhortensien sollten hingegen von März bis Anfang August regelmäßig Flüssigdünger bekommen. Verwende jedoch keinen handelsüblichen Blaukorndünger. Insbesondere blaue Hortensien verlieren dadurch ihre schöne Farbe.

Blaue Farbe erhalten und fördern

Einige Sorten der Garten- und Tellerhortensie bilden eine schöne blaue Blüte aus. Mit der Zeit färben sie sich mitunter pink. Das liegt nicht an einer Mangelerscheinung oder Krankheit der Pflanze. Die blaue Hortensie hat besondere Anforderungen an den Boden. Wichtig ist beispielsweise ein pH-Wert von 4,0 bis 4,5. Ist der Boden zu alkalisch, hält sich das Blau in der Blüte nicht mehr. Darüber hinaus ist der Aluminiumgehalt im Boden essenziell für den Farberhalt.

Erhält die Pflanze nicht ausreichend Aluminium oder ist der Boden zu alkalisch, wird aus der blauen Blüte schnell eine rosafarbene.
Erhält die Pflanze nicht ausreichend Aluminium oder ist der Boden zu alkalisch, wird aus der blauen Blüte schnell eine rosafarbene.© pixabay

Hortensien schneiden 

Bei den meisten Hortensien muss im Frühjahr nur die Blüte des Vorjahres gekappt werden – die Knospen entwickeln sich häufig schon im Herbst.
Bei den meisten Hortensien muss im Frühjahr nur die Blüte des Vorjahres gekappt werden – die Knospen entwickeln sich häufig schon im Herbst.© olyapon - Fotolia

Die Schneeball- und die Rispenhortensie gehören zur zweiten Schnittgruppe. Sie entwickeln neue Knospen erst im Folgejahr. So kannst du diese ebenso im Herbst zurückschneiden – und auch radikaler, sofern du das wünschst. Zurückbleiben sollte immer ein Augenpaar am Trieb.

Eine weitere Besonderheit stellt die Hortensie "Endless Summer" dar. Obwohl sie mit der Bauernhortensie verwandt ist, kann sie im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden. Einen Radikalschnitt verträgt sie genauso gut wie die bloße Entfernung verwelkter Blütenstände. Wenn du diese auch über den Sommer hinweg immer mal wieder kappst, förderst du eine neue Blüte.

Hortensien vermehren

Im Regelfall kannst du deine Hortensie vermehren, indem du Stecklinge abschneidest und in Anzuchterde heranziehst. Nutze dafür weiche einjährige Triebe ohne Blütenknospen. Im Juni oder Juli entfernst du so 15 Zentimeter lange Stecklinge. Schneide dafür die Triebspitze ab und kürze die Blätter auf halbe Größe, um einer Vertrocknung vorzubeugen. Nun kannst du diese in feuchtes Substrat stecken, wo sie nach etwa zwei bis drei Wochen Wurzeln ausbilden. Dafür ist es ideal, dass die Stecklinge im Schatten stehen. Ab September setzt du die Jungpflanzen in einen eigenen Topf um, wo sie geschützt und in warmer Umgebung den Winter überstehen. Im Folgejahr sind die Sträucher groß und kräftig genug, um den Weg ins Freie anzutreten.

Alternativ besteht auch die Möglichkeit, die Hortensien zu vermehren, indem du die Mutterpflanze teilst. Wichtig ist, dass der Boden zum Zeitpunkt deines Vorhabens bereits ausreichend erwärmt ist. Stich anschließend einen Teil der Pflanze samt Wurzel ab. Idealerweise setzt du dabei am Rande des Wurzelballens an. Die neue eigenständige Pflanze kannst du nun an dem neuen Standort einpflanzen und mit reichlich Humus versorgen.

Hortensien: Krankheiten und Schädlinge

Wenn sich an Hortensien braune Blätter entwickeln, können vielerlei Gründe dahinter stecken. Höchstwahrscheinlich fehlt es der Pflanze an Nährstoffen. Indem du die Hortensien düngst, behebst du solche ästhetischen Fehler im Nu. Manchmal sind jedoch auch Krankheiten oder Schädlinge Schuld daran, dass deine Hortensie ungesund aussieht.

Typische tierische Schädlinge sind beispielsweise Blattläuse, Spinnmilben und Thripse. Ist der Befall stark, können nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Wichtiger ist es jedoch, die Hortensie zu stärken, um es den Tieren schwer zu machen, die Pflanze zu besiedeln. Wichtig ist hier ein stickstoffreicher Dünger, der die Blätter und Triebe kräftigt. Achte darüber hinaus darauf, dass der Boden nicht austrocknet – denn solche Bedingungen sind für Spinnmilben ideal.

Daneben schadet auch ein Pilzbefall den Hortensien. Typischerweise entsteht dadurch die sogenannte Blattfleckenkrankheit. Es zeigen sich dunkle Flecken mit einem braunen Zentrum, die im Zuge des Wachstums sogar aufbrechen können. In einem solchen Fall hilft es nur, die betroffenen Pflanzteile zu entfernen und künftig auf einen guten Nährstoffhaushalt zu achten.

Ebenfalls relativ häufig ist die Chlorose. Hierbei verfärben sich die Blattadern grün und die Blätter werden Gelb. Grund ist ein Eisenmangel oder aber die Tatsache, dass der Boden zu basisch ist. 

Hübsche Deko: Hortensien trocknen

Nicht nur auf Hochzeiten sehr beliebt: Ein Blumenstrauß aus Hortensien bringt Farbe in die eigenen vier Wände.
Nicht nur auf Hochzeiten sehr beliebt: Ein Blumenstrauß aus Hortensien bringt Farbe in die eigenen vier Wände.© pixabay

Außerdem kannst du deine Hortensien trocknen, um sie für die Ewigkeit zu konservieren. Damit die Blumen ihre Farbe nicht verlieren, solltest du diese kurz nach dem Höhepunkt ihrer Blüte schneiden und für einige Zeit in eine Vase mit Wasser stellen. Ist das Wasser verbraucht, füllst du es einfach nicht mehr auf. Das Ergebnis: Die Hortensien trocknen wie von allein ein, ohne zu verwelken oder die Farbe zu verlieren.

Fazit: Hortensien sind sehr beliebte Pflanzen in deutschen Gärten. Ihre Vorteile: Sie sind recht pflegeleicht und erfreuen mit ihren prachtvollen Blüten die Augen der Betrachter. Im Sommer solltest du lediglich darauf achten, dass du die Pflanze ausreichend gießt. Halte den Boden sauer und stickstoffreich und kappe im Frühjahr verwelkte Dolden – dann steht der Entwicklung einer prachtvollen Staude nichts im Wege.

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Immergrüne Pflanzen: im Herbst vor Schädlingen schützen

  • 26.10.2022
  • 09:59 Uhr
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