Wer sich schwer verletzt, muss natürlich schnell behandelt werden. Und schon befindet man sich auf dem Weg in die Notaufnahme. Doch nicht jede Blessur ist gravierend. In einigen Fällen würde es völlig reichen, einen Arzt aufzusuchen. Die Folge sind überfüllte Notaufnahmen, in der die Ärzte nicht mehr hinterherkommen. Um das vorliegende Problem abzumildern, wird der Wunsch nach einer kostenpflichtigen Behandlung in der Notaufnahme immer lauter.

Wird die Notaufnahme bald kostenpflichtig?

Aber wann geht man besser ins Krankenhaus, wann in eine Arztpraxis? Laut Prof. Reinhard Hoffmann von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie haben Patienten die freie Wahl. Wer aber mit jeder kleinen Schramme ins Krankenhaus kommt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass er damit unter Umständen die Versorgung echter Notfälle verzögert. Und es gibt auch noch ein weiteres Problem: Fachärzte, die ihre Patienten abweisen und ohne weitere Untersuchung in die Notaufnahme schicken.

Zuzahlung für Notdienst

Aus diesem Grund hat die Kassenärztliche Vereinigung Hessen vorgeschlagen, dass Patienten, die am Wochenende ins Krankenhaus kommen, ohne ein Notfall zu sein, dafür zahlen sollen. Denn diese Menschen blockieren die Notaufnahme und schädigen damit das Gesundheitswesen. Die Patienten würden also in Vorkasse gehen - wenn sich ihr Fall als ein wirklicher Notfall entpuppt, ihr Geld dann allerdings zurückbekommen. Ende Juni formulierten die Kassenärztlichen Vereinigungen in Niedersachsen und Bremen ähnliche Ideen. Andere Experten lehnten die Vorschläge aber ab. 

Ein weiterer Versuch für eine Verbesserung in den Notaufnahmen ist die Einrichtung einer Notfallpraxis. Genau dieses Modell wird zurzeit in einer Klinik ausprobiert. Dort gibt es neben der altbekannten Notaufnahme zusätzlich einen ärztlichen Bereitschaftsdienst mit eigener Arztpraxis. Ob nun ein Patient ein Notfall ist oder nicht, kann am gemeinsamen Tresen entschieden werden.