Von außen betrachtet wirkt das Leben von Lisette Calveiro beneidenswert. Die 26-Jährige lebt in einer tollen Metropole, trägt wunderschöne Designer-Kleidung und reist um die ganze Welt. Ihr Leben scheint perfekt, aber nur wenn man durch die rosarote Brille schaut, die sich Instagram nennt. Denn eigentlich führt Lisette kein solches Luxusleben.

In der New York Post erzählt sie, wie aus einem Traum, ein Albtraum wurde. Mit ihrem offenen Statement ist sie eine der ersten Social-Media-User, die sich über die Gefahren der App äußert: „Ich lebte über meine Verhältnisse. Jeden Monat mindestens 200 Dollar für neue Kleidung, 200 Dollar für teure Restaurants und mindestens eine Reise", erzählt Lisette.

Denn eigentlich war sie damals nur Praktikantin. Ihr kleines Gehalt reichte gerade mal so für die Miete und ein paar Fixkosten. Ihr Nebenjob im Supermarkt finanzierte ihr dann ein paar ihrer Designer-Teile, damit der Schein von einem perfekten Leben nur nicht zerstört wurde: „Ich lebte eine Lüge, während mir die Schulden über den Kopf wuchsen", gibt sie zu.

Von ihren Reisen zu den schönsten Orten dieser Welt bekam Lisette kaum etwas mit. Sie war nur da um Fotos zu machen und so genannte Geo-Filter auf dem sozialen Netzwerk Snapchat zu sammeln, eine Art digitaler Pass-Stempel. Ihr Ziel: mindestens zwölf innerhalb eines Jahres zu sammeln.

Doch ihr Wunsch nach mehr Likes und Follower stürzte sie in den finanziellen Ruin. 10.000 Dollar Schulden, gesperrte Konten und Kreditkarten waren das Ergebnis. Lisette musste die Notleine ziehen: „Ich habe ein Jahr lang nichts mehr gekauft. Ich bin jetzt schuldenfrei, ich poste immer noch Bilder. Aber ich lebe nur noch so, wie ich es mir wirklich leisten kann“, erzählt sie.

Ihren Traum von einem Leben als Influencerin hat sie aufgegeben. Den psychischen Stress für das perfekte Foto, wollte sie nicht mehr. Erst kürzlich stufte eine Studie der britischen Royal Society for Public Health Instagram als die für die psychische Gesundheit schädlichste Social-Media-App ein.