Die Legalisierung von Cannabis ist immer noch höchst umstritten. In Köln soll das Marihuana nun aber bald in kontrollierter Abgabe in Apotheken erhältlich sein. Dafür stimmte die Bezirksvertretung Innenstadt. Die Parteien die Grünen, FDP, die Linken, deine Freunde und die Ratsgruppe Gut erwirkten außerdem eine Ausnahmegenehmigung für eine Studie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Für die Durchführung der Studie sollen in der City künftig Abgabestellen eingerichtet werden. Es soll getestet werden, welche Auswirkungen und Konsequenzen eine legale Abgabe von Cannabis auf die Konsumenten, die Stadt Köln und die Stadtgesellschaft hat.

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Ziel dieser Maßnahme sei es nicht, die Weiterverbreitung von Cannabis zu fördern, so Claus Vincon, Fraktionschef der Grünen. Vielmehr berufen sich die Parteien auf die Erfahrungen anderer Länder, welche belegen, dass die Legalisierung von Cannabis die Justiz und die Polizei wesentlich entlaste und sogar organisierter Kriminalität entgegenwirke.

Legalisierung soll Jugendkriminalität eindämmen
Auch Jugendliche können nach Vincons Aussage durch eine Legalisierung von Cannabis besser geschützt werden. „Wer heute eine Flasche Bier kauft, weiß, was da drin ist.“ Bei Cannabis fehlen jedoch die Möglichkeiten, sich zu informieren.
Außerdem soll die Maßnahme auch dabei helfen, Jugendliche zu entkriminalisieren. Wird ein Jugendlicher mit weniger als zehn Gramm Cannabis erwischt, so verstößt er bereits gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dieses stellt klar, dass es sich auch bei geringem Drogenmissbrauch keineswegs nur um ein Bagatell- oder Kavaliersdelikt handelt. So sieht die Verurteilung oftmals vor, dass diese Jugendlichen keine Lehrstelle mehr in einer Pflegeeinrichtung oder in einem Kindergarten erhalten dürfen. In vielen Fällen führt die Perspektivlosigkeit jedoch nur zu noch mehr Kriminalität.

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Kritik von der SPD
Regina Börschel von der SPD stimmte gegen den Antrag. Sie sehe die Zuständigkeit für eine Angelegenheit dieser Art nicht beim Bezirksamt Innenstadt. „Es stellt sich die Frage, ob wir in der Bezirksvertretung Innenstadt in diesem Punkt einen Alleingang machen wollen und ob wir Cannabis-Touristen aus der ganzen Stadt in die City ziehen lassen wollen.“, so Böschel. Inhaltlich beteuert aber auch Böschel, dass der Konsum von Cannabis nicht schlimmer ist, als der von Alkohol. Trotzdem warnt die Bundesärztekammer davor.

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Wie sich der Modellversuch letztendlich auf die Stadt auswirken würde, bleibt abzuwarten. Unklar ist auch noch, wie sich die Stadt verhalten wird. Erst einmal müsste ein Antrag an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gestellt werden. Möglich ist auch, dass der Stadtrat sich noch weiterer Beratung unterziehen will, bevor es eine endgültige Entscheidung gibt.