Still sitzen die zwei Mädchen am Boden, die Gesichter zum Regal gerichtet. Sie sagen kein Wort, zehn Minuten lang. Das ganze mitten im Supermarkt.

Die Kinder von Louise Palai, einer Mutter aus England, hatten sich im örtlichen "Tesco"-Markt danebenbenommen. Immer wieder waren sie durch die Regale gerannt und hatten rumgekreischt. Für die Mutter der sechs- und einer siebenjährigen Mädchen ein Grund, einzugreifen - und zwar sofort. Für zehn Minuten mussten sich die Krachmacher schweigend vors Gemüseregal setzen.

Genau diese Strafe hat im Netz eine große Diskussion ausgelöst. Die "Stille Treppe" mitten im Supermarkt? Ist das wirklich nötig? Sollte die Mutter im Laden alles schlucken und dann zu Hause schimpfen?

Die Mutter verteidigt ihre Erziehungsmethoden in den englischen Medien: "Ich habe nicht die Nerven verloren, aber ich konnte nicht zulassen, dass sie sich so in der Öffentlichkeit benehmen. Also bin ich sehr ruhig zu ihnen gegangen, habe sie in eine ruhigere Ecke des Ladens gebracht und ihnen gesagt, sie sollen sich hinsetzen", wird Louise von Yahoo zitiert. "Ein paar Leute haben komisch geschaut. Ich habe es nur gemacht, um die Mädchen zu beruhigen. Das ist eine Strategie, die ich schon vorher benutzt habe und die funktioniert."

Sie habe den Mädchen erklärt, warum sie so reagiert und wie man sich im Supermarkt zu benehmen hat. Die Kinder hätten das verstanden und sie im Anschluss in den Arm genommen.

Einige Mütter loben Louise in den sozialen Medien, andere kritisieren sie dagegen scharf. "Die Kinder in der Öffentlichkeit dermaßen bloßzustellen, ist nicht richtig," schreibt eine und weiter: "Seine Kinder wie Gefangene in Guantanamo zu behandeln, ist keine gute Erziehung, es ist einfach unmoralisch!" Über Erziehungsmethoden, wie über so viele andere Dinge, lässt sich eben streiten.