In Deutschland leben rund eine Million Menschen, die an Alzheimer leiden. Es ist die häufigste Demenz-Erkrankung weltweit. Seit Jahren suchen Forscher nach möglichen Ursachen für die Entstehung der Krankheit, bislang ohne Erfolg. Jetzt weist eine neue US-Studie darauf hin, dass Herpes-Viren die Krankheit begünstigen. Wissenschaftler fanden heraus, dass bestimmte Herpes-Viren im Zusammenhang mit den typischen Ablagerungen stehen.

Schon länger wird spekuliert, dass es eine Verbindung zwischen Viren und der Entstehung von Alzheimer gibt. Die Mediziner der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York haben diese Theorie nun genauer untersucht. Sie stellten fest, dass häufiger Spuren der Herpesviren-Varianten HHV-6A und HHV-7 im Gehirn von Alzheimerbetroffenen vorkommen. Diese Viren stehen in Verbindung mit Lippen-und Genitalherpes.

Zudem fanden die Forscher heraus, dass es einen Mechanismus gibt, über den die Viren in Nervenzellen die typischen Alzheimerschäden verursachen könnten. Sie glauben, dass eine hohe Virenlast im Gehirn eine Immunreaktion auslöst, die die Entstehung und den Fortschritt der Krankheit fördert.

Für die Ergebnisse wurde das Gehirngewebe von insgesamt fast 1.000 Probanden getestet.

Allerding heißt das nicht, dass Herpesviren die Hauptauslöser von Alzheimer sind. Vielmehr können sie die Entstehung der Krankheit beeinflussen.