Viele Menschen können nicht aufhören, auf ihren Nägeln zu kauen. Bis zu 40 Prozent der Kinder und circa 10 Prozent der Erwachsenen knabbern immer wieder an ihren Fingern, ob aus Stress oder Langeweile. Doch abgekaute Nägel sehen nicht nur ungepflegt aus – es schadet auch der Gesundheit. Ein aktueller Fall aus Australien liefert den Beweis. Durch ständiges Nägelkauen wurde bei einer jungen Frau eine seltene Form von Krebs ausgelöst. Aus diesem Grund musste ihr sogar der Finger amputiert werden.

Die heute 20-Jährige Courtney Whithorn wurde früher in der Schule jahrelang von ihren Mitschülern gemobbt und fing dadurch an, immer schlimmer an ihren Nägeln zu kauen. Es ging sogar soweit, dass sie sich 2014 ihren Daumennagel komplett abbiss. Zwar merkte sie schnell, dass ein Teil ihres Daumens schwarz wurde, aber sie verdrängte es und hielt es vor ihrer Familie lange geheim. „Meine Hand war ständig eine Faust, weil ich nicht wollte, dass sie jemand sah – nicht einmal meine Eltern“, so die Australierin gegenüber der Zeitung „The Sun“. Irgendwann wurde es immer schlimmer und Courtney suchte ärztliche Hilfe.

Der plastische Chirurg plante, das Nagelbett zu entfernen, um den schwarzen Teil zu entfernen und ein Hauttransplantat darüber zu platzieren. Doch vor der ersten Operation stellten er fest, dass irgendetwas nicht stimmte und er entschied sich für eine Biopsie. Dadurch fanden Spezialisten heraus, dass die junge Frau an einer seltenen Form von Hautkrebs, einem sogenannten akrolentiginösem Melanom, handelt.

Bei einem Eingriff wurde erst das Nagelbett des Daumens herausgeschnitten, um sämtliche bösartigen Zellen zu entfernen. Doch kurz darauf empfahlen die Chirurgen eine Amputation ihres Daumens, um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern.

„Ich ließ auch zwei Lymphknoten herausnehmen, um zu testen, ob sich der Krebs ausgebreitet hatte oder nicht“, so Courtney Whithorn.

Jetzt wartet die 20-Jährige auf die Ergebnisse und hofft, dass sie als „krebsfrei“ eingestuft wird.