Erstmal: Jeder hat natürlich eine ganz individuelle Fußstellung und gesundheitliche Voraussetzungen. Daher lassen sich Probleme nicht einfach pauschalisieren. Wer also schon als Ausgangspunkt eine gute Fußstatik und -muskulatur hat, dürfte auch mit flachen Schuhen weniger Probleme haben. Bei vielen Menschen lässt sich allerdings eine Fußfehlstellung feststellen. Und dann wird es problematisch. Experten raten, bei Schmerzen oder Haltungsschäden immer erstmal einen Orthopäden aufzusuchen. Hier aber erstmal die häufigsten Probleme mit flachen Schuhen:

Infektionen durch Ballerinas

Nicht zuletzt um ihrem Namen gerecht zu werden, sind Ballerinas oft schmal und filigran geschnitten. Das Problem: Dabei werden die Zehen zusammengepresst. Das führt nicht nur dazu, dass diese aneinander reiben, sondern auch dazu, dass sie deutlich mehr schwitzen. Abgesehen von fiesen Blasen besteht da natürlich auch die Gefahr für Infektionen. Beim Schuhkauf also unbedingt darauf achten, dass die Zehen in den Ballerinas auch „atmen“ können.

Schmerzen beim Laufen

Zweites Problem bei flachen Schuhen: Sie unterstützen nicht das natürlich Gewölbe des Fußes. Daher müssen die Treter beim Laufen doppelt so viel arbeiten. Außerdem fehlt bei Flats eine Dämpfung der Fußsohle – das kann zu Schmerzen im Fußgewölbe, rissigen Fersen und sogar Entzündungen der Knochenhaut im Schienbein führen. Tatsächlich können flache, harte Sohlen zu langfristigen Haltungsschäden führen.

Rücken-, Hüft- und Knieprobleme durch Flip Flops

Wenn der Sommer losgeht, sind Flip Flops als Teil der Garderobe für viele nicht mehr wegzudenken. Auch wegen der Bequemlichkeit sind die Latschen beliebt. Dabei sind Flip Flops für den menschlichen Fuß so schädlich wie fast kein anderer Schuh. Denn der Fuß hat in den Gummilatschen keinerlei Halt. Außerdem wird die natürlich Fußform nicht gestützt, dadurch steigt das Verletzungsrisiko zum Beispiel durch Umknicken. Wenn es dann ohnehin schon eine Fehlstellung vorliegt, wird die durch Flip Flops noch mehr gefördert. Das ist langfristig nicht nur schlecht für die Füße, sondern auch für Beine, Hüfte und Rücken.

Plantarfasziitis

Der umständliche Begriff beschreibt eine Erkrankung der Sehnenplatte, die starke Schmerzen an der Fußsohle und besonders der Ferse auslöst. Die Ursache: Eine entzündete Sehnenplatte ist laut Experten meist die Folge einer Überbelastung. Die kommt zustande, wenn beim Gehen aufgrund von Fehlstellungen bestimmte Stellen mehr belastet werden als andere. Flache Schuhe führen besonders zu einer permanenten Überbelastung der Fersenpartie, da das Körpergewicht nicht mehr gleichmäßig verteilt ist. Ab einem gewissen Alter kann diese Überbelastung dann besonders zu Rissen und Entzündungen führen.

Fehlender Halt bei Fashion Sneakern

Gemeint sind hier nicht Hightech-Fitness-Turnschuhe, die mit Daämpfung und gutem Fußbett für optimalen Halt sorgen. Vielmehr geht es um trendige Sneaker mit flacher und extrem flexibler Gummisohle, die keinerlei Halt bieten und dadurch alles andere als gesund sind. Denn – ähnlich wie bei Ballerinas – unterstützen diese Schuhe nicht die natürliche Form des Fußes, sondern belasten vor allem die Ferse. Ideal wären dagegen Knöchel und Mittelfuß.

Experten empfehlen daher, nicht nur, Schuhe regelmäßig zu wechseln. Eine Absatzhöhe von zwei Zentimetern soll demnach die optimale Voraussetzung für einen gesunden Schuh sein. Die magische Grenze von drei Zentimetern lieber nicht überschreiten. So ist das Gewicht optimal auf Vorder- und Hinterfuß verteilt. Helfen kann auch, bewusst die Fußmuskulatur zu stärken, weil Mängel hier die häufigste Ursache für Fehlstellungen sind.