Mit diesem Thema haben sich nun Forscher aus Amerika und Norwegen beschäftigt. In Amerika wurden ca. 420.000 Kinder analysiert, deren Geburtsjahr zwischen 1995 und 2012 lag. Bei 5827 Kindern wurde eine autistische Störung diagnostiziert. Hierbei wurde auch auf die Mütter der Fokus gelegt. Dabei war auffällig, dass fast 900 der Mütter bereits vor der Geburt ihrer psychisch erkrankten Kinder an Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes litten. Daraus leiteten die Forscher einen Zusammenhang zwischen Erkrankung der Mutter und Erkrankung des Kindes ab.

Grund dafür sei der vermehrte Blutzuckergehalt, der über die Plazenta zum ungeborenen Kind gelangt und somit einen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirnes hat. Das Gesundheitsrisiko steigt bei Kindern auch dann, wenn die Mutter bereits vor der Schwangerschaft unter Diabetes Typ 1 oder Typ 2 leidet.

Auch bei ADHS konnte ein Zusammenhang zur Schwangerschaft hergestellt werden. Die Schwangerschaftsdauer der Mütter von etwa 113.000 Kindern aus Norwegen, die zwischen 1999 und 2008 geboren wurden, wurde mit ADHS-Diagnosen in Zusammenhang gebracht. Ergebnis: Kinder, die zwischen der 22. und der 33. Woche geboren wurden, litten um 85 Prozent häufiger an Hyperaktivität und einer verminderten Aufmerksamkeit.

Trotzdem ist keine Panik angesagt: Die Studienbefunde legen zwar einen Zusammenhang zwischen Dauer der Schwangerschaft bzw. Diabetes und den beschriebenen Störungen bei Kindern nahe. Die Anzahl der Kinder, die von ADHS oder Autismus in diesem Zusammenhang betroffen waren, ist dennoch so gering, dass man noch keine hundertprozentige Aussage über das Ausmaß der Auswirkungen treffen kann.