Forscher der Technischen Hochschule Mittelhessen wollen eine alte Therapieform neu anwenden und damit Krebs heilen. Sie forschen zurzeit, ob die sogenannte PAMP-Therapie zur Heilung führen könnte. Dabei handelt es sich um eine Behandlung mit Fieber.

 „Wenn die Leute von einer Krebstherapie hören, die wirksam und billig zugleich ist, wollen sie das kaum glauben. Doch die Behandlung mit Fieber, wir nennen sie heute PAMP-Therapie, hat schon vor über 100 Jahren zu spektakulären Heilungen geführt. Durch die Strahlen- und Chemotherapie ist sie weitgehend in Vergessenheit geraten.”, erklärt Prof. Dr. Uwe Hobohm von der TH Mittelhessen.

In der Vergangenheit bestand die Therapie darin, dass Patienten mehrere Wochen Bakterienextrakte verabreicht bekamen, die Fieber auslösten. Heutzutage ist es fast nicht mehr möglich die Zulassung solcher Extrakte als Medikament zu erhalten. Daher hat der Biologe ein neues Behandlungsprotokoll für die kooperierenden Ärzte erstellt.

Bei der neu angewendeten PAMP-Therapie werden anstelle von Bakterienextrakten zugelassene Medikamente verwendet, die ebenfalls bakterielle Bestandteile enthalten und Fieber auslösen. Die Behandlung soll mindestens fünf Wochen dauern.

Anhand mehrerer Experimente mit Mäusen konnten die Wissenschaftler ihren Forschungsgegenstand nachweisen. Die Mäuse mit Tumoren zeigten, dass sie mit einem PAMP-Cocktail geheilt wurden. Wie Hobohm glaubt, verstärken die PAMP-Substanzen eine vorhandene, aber zu schwache Immunantwort gegen Krebszellen. Die Schutzwirkung von Infekten leitet er daraus ab, dass durch den PAMP-Effekt Krebsvorläuferzellen zerstört werden.