Dauerhafter Stress kann sich oft negativ auf den Körper auswirken. Oft folgen Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen. Doch die Auswirkungen von Stress gehen sogar noch viel weiter. Eine neue Studie hat ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen Stress und dem Verlust der Sehkraft gibt. Forscher des Instituts für Medizinische Psychologie der Universität Magdeburg fanden heraus, dass eine hohe Stressbelastung die Sehkraft schwinden lässt.

Für das Ergebnis verglichen die Forscher hunderte bereits bestehende Studien und Berichte über den Zusammenhang von Stress und der Sehkraft. „Es gibt deutliche Hinweise auf eine psychosomatische Komponente des Sehverlustes, denn Stress ist eine wichtige Ursache – und nicht nur eine Folge – des fortschreitenden Sehverlustes infolge von Erkrankungen wie Glaukom und Optikusneuropathie“, erklärt der Studienleiter Prof. Sabel.

Durch Stress wird der Cortisolspiegel im Körper erhöht und wenn dies über einen längeren Zeitraum geschieht, wird die Funktionsfähigkeit der Augen und des Gehirns beeinträchtigt.

"Kontinuierlicher Stress und langfristig erhöhte Cortisolwerte können sich negativ auf das Auge und das Gehirn auswirken, da das vegetative Nervensystem unausgeglichen ist, die Blutgefäße dysreguliert werden und der Augeninnendruck steigt", stellt Prof. Sabel fest.

Ein erhöhter Augeninnendruck oder Entzündungen sind Folgen von Stress, die weitere Schäden verursachen können. Um diese Schäden zu vermeiden, hat Prof. Sabel einen ganzheitlichen Behandlungsansatz entwickelt, der Stressmanagement, Patientenaufklärung und Techniken zur Wiederherstellung der Sehkraft kombiniert.

Zum Beispiel sollen autogenes Training oder Psychotherapie als potenziell präventive Mittel gegen den Sehverlust eingesetzt werden.