Eine deutsche Studie untersucht, ob eine bewegungsfördernde Geburtsumgebung Einfluss auf den Geburtsverlauf nehmen kann. Dafür wurden in den vergangenen Monaten in den an der Studie beteiligten Kliniken alternative Gebärräume eingerichtet. Hier können nun schwangere Frauen, deren Geburtswehen begonnen haben, an der Studie teilnehmen.

In den nächsten zwei Jahren sollen bis zu 4.000 Teilnehmerinnen in sieben Kliniken in Nordrhein-Westfalen sowie am Universitätsklinikum Halle (Saale), den Städtischen Klinika in Dessau und Brandenburg/Havel und dem Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin mit einer natürlichen Geburt ihr Kind zur Welt bringen.

Folgende These wurde aufgestellt: Frauen, die während der Geburt selbstbestimmt und aktiv handeln können, erleben weniger Komplikationen, die Interventionen wie zum Beispiel Kaiserschnitte erfordern. Durch eine bewegungsfördernde Geburtsumgebung könne die Kaiserschnittrate perspektivisch gesenkt werden, die in Österreich und Deutschland bei rund 30 Prozent und deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt.

Für die Ergebnisse werden die Geburten in den klassischen Gebärräumen mit denen verglichen, die in den alternativen Gebärräumen der Kreißsäle stattfinden. Direkt nach der Geburt werden die Mütter befragt und drei Monate später erfolgt eine schriftliche Befragung.

„Die alternativ eingerichteten Gebärräume sind darauf ausgerichtet, dass die Frauen sich selbstbestimmt bewegen können und die Umgebung so nutzen können, wie sie möchten und je nachdem, wie sie sich fühlen. Die Frauen haben die Möglichkeit, verschiedene Steh- und Sitzpositionen einzunehmen und Schaumstoffelemente zu nutzen. Es gibt eine Snackbar und einen Monitor, der Naturszenen zeigt.“, erklärt die Hebammenwissenschaftlerin Dr. Gertrud M. Ayerle vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Ob dem tatsächlich so ist, soll in den nächsten zwei Jahren die Studie "Be-Up: Geburt aktiv" zeigen.