Professor John Gottham, Psychologe an der Seattle University stellt sich diese Frage schon seit über 40 Jahren. Er ist in dem Bereich der Beziehungsforschung tätig und hat unzählige Liebespaare und Eheleute untersucht, um der Sache auf den Grund zu gehen. Über seine Erkenntnisse schrieb er bereits mehrere Bücher. 

Laut Gotthams Langzeitstudie sind nicht etwa Betrug, das Auseinanderleben oder unterschiedliche Lebensansichten Gründe für das Auseinandergehen. Nein, der Wissenschaftler fand heraus, dass in den meisten Fällen immer Streit schuld am Beziehungsende ist. Aber aufgepasst! Nicht der Streit an sich, das gehört zu einer Beziehung dazu, sondern die Art wie man sich streitet, also die Streitkultur ist ausschlaggebend. Ob man defensiv oder offensiv streitet, spielt laut Gottham dabei keine Rolle.
Besonders gegenseitige Schuldzuweisungen seien tödliches Gift für die Beziehung. Gottham rät den Paaren, sich eine gesunde Streitkultur anzutrainieren. Vor allem die sogenannte Imago-Therapie der amerikanischen Paartherapeuten Harville Hendrix und Helen LaKelly Hunt hätten sich dabei bewährt. Die Therapie beinhaltet ein dreistufiges Kommunikationsmodell, das zur Konfliktlösung beitragen soll.

Wenn du mit deinem Partner aber nicht gleich eine Paartherapie beginnen willst, kannst du dir beim nächsten Streit einfach versuchen, ein paar wenige Tipps den Kopf zu rufen, damit es nicht eskaliert.

streit

Nur weil ihr streitet, ist eure Beziehung nicht gleich schlecht

Nein, das solltest du auf keinen Fall denken! Eine gesunde Diskussions-Kultur ist sogar gesund für eine Beziehung. Also nicht zwanghaft versuchen, Streit zu vermeiden! Du bist auch nicht gleich eine Zicke, oder streitsüchtig, nur weil du nicht den Mund hältst.

Wünsche äußern

Was hat uns der gute Professor John Gottham gelehrt? Schuldzuweisungen gehen gar nicht! Anstatt eurem Partner ständig nur Vorwürfe zu machen, könntet ihr stattdessen Wünsche äußern, wie er oder sie es besser machen könnte. Hört sich doch gleich viel harmonischer an, oder?

Empathisch sein

Auch wenn es super schwer ist: Versucht euch während des Streits doch mal in die Lage eures Partners zu versetzen. An einem Streit sind so gut wie immer zwei Parteien schuld. Du bist super sauer und verletzt, aber schon mal daran gedacht, dass es ihr oder ihm genauso geht, wenn nicht vielleicht sogar noch schlechter?

Außerdem kann es helfen, wenn ihr euch immer mal wieder vor Augen haltet, wer euch Gegenüber steht. Das ist ja immer noch ein geliebter und bedeutsamer Mensch. Das kann man im Eifer des Gefechts schon mal leicht vergessen.

empathie

Always stay positive

Wie in eigentlich allen Lebenslagen ist es auch im Streit hilfreich, positiv zu bleiben. Leider ist es so, dass das Gehirn dazu neigt, negative Erfahrungen stärker zu bewerten und sich eher an sie zu erinnern als an positive. Tatsächlich benötigt es sogar fünf positive Bemerkungen einer nahestehenden Person, um eine einzige negative auszugleichen. Wow!
Klar, dein Partner hat etwas getan, was dir nicht gefällt oder er/sie hat etwas an dir auszusetzen, was dich aufregt. Aber einen Versuch ist es wert. Vor allem eine sehr hitzige Diskussion kann verblüffend schnell ruhiger werden, wenn einer von beiden es schaffst, trotz Wut und Ärger ein Lob an den anderen auszusprechen. Also versuche dich beim nächsten Mal doch einfach zu überwinden!

bepositive