Am liebsten würde man sich den ganzen Tag verkriechen. Alles tut weh, der Körper fühlt sich müde an und man ist wie gelähmt. Die Gedanken kreisen immer wieder um das eine Thema und eine endlose Traurigkeit breitet sich aus. Der Mensch, den man liebt, ist nicht mehr da und es ist, als würde sich das gesamte Sein nach ihm sehnen. Das ist Liebeskummer.

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Bis eben war man noch bis über beide Ohren verliebt, nun ist nichts mehr da außer Schmerz und Trauer um den Verlust. Ein Gefühlschaos macht sich bemerkbar. Verzweiflung, Sehnsucht, Wut, Liebe, verschiedenste Emotionen prallen gleichzeitig aufeinander. Doch was kann man dagegen tun? Und wie lange dauert es, bis man den Liebeskummer überwunden hat?

Letzteres lässt sich schwer beantworten. Jeder Mensch trauert anders, bei manch einem geht es ganz schnell, andere brauchen länger, um alles zu verarbeiten. Und das ist auch völlig ok. Man sollte sich in solch einem Fall die Zeit nehmen, die man braucht, um mit der Situation klarzukommen.

Besonders anfänglich ist es völlig legitim, den eigenen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Sowohl den positiven als auch den negativen. Weinen, Schreien oder einfach nur Schweigen sind normale Verhaltensweisen während der Trauerphase, die sich nach einem Verlust einstellt. Insbesondere Menschen, die betrogen oder unfair behandelt worden sind, müssen sich verstärkt mit diesen Gefühlen auseinandersetzen.
Daneben ist es möglich, immer noch Sehnsucht nach dem Partner zu haben. Das Gefühl, den anderen weiterhin zu lieben, lässt sich so schnell nicht abstellen.
Wichtig ist nur, dass der Verlust irgendwann akzeptiert wird. Nur dann kann man die Trennung verarbeiten und wieder nach vorne schauen.

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Obwohl es letztendlich an einem selbst liegt, den Liebeskummer zu überwinden, muss man dabei keineswegs allein sein. Hilfe und Unterstützung geben beispielsweise Familie oder Freunde. Alles mit sich selbst auszumachen ist ohnehin keine Lösung. Über die Gefühlslage zu sprechen, wirkt tröstend und hilft, die Situation aus einer neuen Perspektive zu sehen. Schließlich war fast jeder schon einmal in solch einer Lage und weiß, wie es sich anfühlt, Liebeskummer zu haben.

Keine große Hilfe ist dagegen der ständige Kontakt mit dem ehemaligen Partner. Ob nun persönlich oder über die Sozialen Medien - meist ist es umso verletzender, zu sehen, was der andere gerade tut. Besonders dann, wenn er oder sie glücklicher wirkt als man selbst.
In diesem Fall ist es gut, erst einmal Abstand zu gewinnen. Dazu gehört auch, alle Gegenstände, die man mit dem Partner verbindet, aus dem Sichtfeld zu schaffen. Das kann vorübergehend sein oder auch für immer, je nachdem, wie man mit der Situation umgehen kann.

Was sich nicht so einfach wegräumen lässt, sind die Gedanken. Man grübelt und grübelt, woran es gelegen hat, was man hätte besser machen können. Das ist nicht gut, denn so entwickeln sich Schuldgefühle, die möglicherweise nicht einmal berechtigt sind. Deshalb sollte man für eine Weile versuchen, mit dem Thema komplett abzuschließen.
Liebeskummer lässt sich einfacher überwinden, wenn der Kopf freigemacht wird von all den negativen Gedanken und Gefühlsausbrüchen. Am besten geht das durch Ablenkung. Sport ist zum Beispiel eine effektive Methode. Durch die körperliche Betätigung lässt sich angestaute Wut vertreiben und man kommt auf andere Gedanken. Der Liebeskummer lässt sich nicht komplett beseitigen, ist aber wenigstens für eine kurze Zeit vergessen.

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Wem die quälenden Gedanken trotz allem nicht aus dem Kopf gehen wollen, der kann versuchen, sie beispielsweise in Form von Gedichten, Tagebuch-Einträgen oder Liedtexten aufzuschreiben. Über Gefühle und Erlebnisse zu schreiben, kann helfen, diese besser zu verarbeiten.
Auch Musik hören ist manchmal eine gute Therapie. Je nach Stimmung können fröhliche, aber auch traurige Lieder gehört werden, um den Trauerprozess durchzustehen.

Generell sollte alles, was einem guttut, in dieser schweren Zeit an vorderster Stelle stehen. Das können kleine Veränderungen im Tagesablauf sein oder auch größere Projekte. Jetzt ist es an der Zeit, etwas im Leben zu ändern und einen Neuanfang zu wagen. Ein bisschen Mut kann dabei nicht schaden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Umstyling oder einer spontanen Urlaubsreise? Alles, was Freude bereitet und für Ablenkung sorgt, ist erlaubt.

Liebeskummer braucht Zeit. Die schmerzliche Erfahrung kann einen ganz schön aus der Bahn werfen, doch irgendwann ist es vorbei und man kann wieder nach vorne sehen. Dann wird es Zeit für einen Neuanfang.
Also niemals unterkriegen lassen!