1938

Glücklich stand Spencer Tracyam 10. März 1938 im Millennium Biltmore Hotel in Los Angeles, denn er hatte kurz zuvor den Oscar für seine Leistung in „Manuel“ gewonnen. Doof nur, dass auf seiner Trophäe „Dick Tracy“ (eine Comicfigur) anstelle des echten Namens eingraviert war. Seit diesem Tag werden die Oscars erst nach der Verleihung graviert – das soll besser nicht noch mal passieren.

 

1974

Ein Nackt-Skandal bei den Oscars! Während einer Ankündigung des Co-Moderators David Niven lief plötzlich ein splitterfasernackter Mann durchs Bild. Zunächst ein Schock für das sonst so prüde Amerika, doch Niven nahm es gelassen: „Isn’t it fascinating to think, that probably the only laugh, that man will ever get in his life, is by stripping off and showing his shortcomings!” (dt. “Ist es nicht faszinierend, dass der einzige Lacher, den dieser Mann wahrscheinlich jemals in seinem Leben bekommen wird, daher rührt, dass er sich auszieht und seine Defizite zeigt?“)

 

1994

Als Tom Hanks seinen ersten Oscar als bester Hauptdarsteller im Film „Philadelphia“ entgegennahm, dankte er in seiner Rede unter anderem seinem schwulen Oberstufenlehrer. Erst mal sehr nett. Doof nur, dass dieser seine Homosexualität bis dahin noch gar nicht öffentlich gemacht hatte. Da hatte sich der „Forrest Gump“-Star mal besser informieren sollen. Immerhin inspirierte der Fauxpas Hollywood wenig später zum Film „In & Out“.

Mit „Philadelphia“ setzte sich zum ersten Mal ein großer Hollywood-Streifen kritisch mit dem Umgang von Homosexuellen und HIV-Infizierten in den USA auseinander. Und der geoutete Lehrer? Der nahm Hanks das Ausplaudern seines Geheimnisses nicht übel, sondern nutzte seine neue Bekanntheit und trat einer Organisation bei, die sich um HIV-infizierte Kinder kümmert.

 

1998

Der Regisseur Roberto Benigni freute sich 1998 so sehr über seinen Oscar für den besten fremdsprachigen Film, dass er kurzerhand auf die Sitze vor ihm sprang und lautstark jubelte. Ein Balance-Akt, für den er sich an der Schulter von Regisseur Steven Spielberg festhalten musste. Daraufhin hüpfte der kleine Italiener durch den Gang auf die Bühne. Ist ja auch toll, so ein Oscar-Gewinn…

 

2000

Vor fast genau 18 Jahren verschwanden kurz vor der Verleihung plötzlich alle 55 der Trophäen auf dem Transport von Chicago nach Los Angeles. Bis zur Verleihung am 26. März tauchten 53 der verschwundenen Goldjungen wieder auf, doch das FBI konnte den Fall bis heute nicht lösen. 

 

2017

Bei der Verleihung der Academy Awards im letzten Jahr ereigneten sich gleich drei folgenschwere Fehler.

Der erste und eher unscheinbare passierte nach der Laudatio von Taraji P. Henson, Octavia Spencer und Janelle Monáe mit der NASA Mathematikerin Katherine Johnson. Zum Ende wollte Janelle Monáe von der Bühne gehen, doch ihr langes Kleid verhakte sich in den Rädern des Rollstuhls von Katherine Johnson. Es wurde kurz gezogen und schon war das Kleid „befreit“ und die Schauspielerin konnte das Podium verlassen.

 

Frau Rote Lippen

Um die nächste Panne während der Verleihung zu entlarven, braucht man wohl ein gutes Wissen im Bezug auf die Hollywood Film Industrie und ein geübtes Auge. Das hatte der Verantwortliche hinter dem „Memoriam“-Video vom Vorjahr offenbar beides nicht. Dazu fehlte es ihm wohl an Kenntnissen der richtigen Benutzung von Google. Wer nicht weiß, was die „Memoriam“- Sektion ist: In diesem Video wird den verstorbenen Filmschaffenden des vergangenen Jahres gedacht. So wollte man auch der Kostümbildnerin Janet Patterson die letzte Ehre erweisen, doch anstatt ihrer war ein Bild von Jane Chapman, einer Produzentin, zu sehen. Das nächste Mal sollte man den Mitarbeitern vielleicht noch einmal zeigen, wie die Google Bildersuche funktioniert.

 

Last but definitely not least und sicherlich das größte Missgeschick in der Geschichte des Oscars, war die Fehlernennung von „La La Land“ zum besten Film der 89. Academy Awards.

Wie genau das passieren konnte ist bis heute nicht ganz klar. Nur so viel: Warren Beatty und Faye Dunaway wurde der falsche Umschlag überreicht, der die bereits gekürte beste Hauptdarstellerin nannte.

 

Mal sehen, ob wir bei den diesjährigen Academy Awards wieder mit nackten Menschen, falschen besten Filmen oder Ähnlichem in Berührung kommen, oder die Verleihung reibungslos über die Bühne geht. Ein bisschen schade wäre es vielleicht schon, oder?

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