Kaum ein Interpret des wohl berühmtesten Spions der Welt musste sich zu Dienstantritt so viel Kritik anhören wie Daniel Craig: Blond? Mit Rettungsweste? Weichei! 12 Jahre ist sein erster Auftritt in „Casino Royale“ nun her, doch immer noch muss er sich einiges gefallen lassen: Erst vor Kurzem wurde er dann auch noch von der britischen "Daily Mail“ zum unattraktivsten James-Bond-Darsteller aller Zeiten gekürt. Daniel Craig hat es nicht leicht. Schön oder nicht, inzwischen überwiegt bei den meisten doch die Trauer, dass er die große Rolle nur noch ein einziges Mal verkörpern wird. Vor seiner Bond-Zeit hatte man von dem Briten nicht viel gehört – die letzten Jahre haben das geändert. Anlässlich seines 50. Geburtstags lohnt sich ein genauerer Blick auf Craig’s Schaffen.

Daniel Craig in der Rolle seines Lebens: James Bond.

Die künstlerische Ader hat er wohl von seiner Mutter geerbt, einer Kunstlehrerin, die Sohn Daniel und Tochter Lea nach der Trennung von ihrem Mann in einem feingeistlichen Umfeld aufwachsen ließ. Nachdem Craig’s erste Leidenschaft der Musik galt, bewarb er sich schon mit 16 erfolgreich beim National Youth Theatre in London, nahm dann zwischen 1988 und 1991 Schauspielunterricht an der Guildhall School of Music and Drama.

 

1992 sah man ihn in seiner ersten Filmrolle an der Seite von Morgan Freeman und Armin Mueller-Stahl in "Im Glanz der Sonne". Doch der große Durchbruch ließ auf sich warten. Bis Anfang/ Mitte 30 schien Daniel Craig für die meisten Produzenten nicht Material für eine Hauptrolle zu sein. Große Beachtung fanden seine Filme erst rückwirkend, nachdem er im Auftrag ihrer Majestät unterwegs war.

 

Nach „Casino Royale“ folgten drei weitere Bond-Streifen mit Craig in als Titel-Figur, die die meisten Fans von seiner Berechtigung als 007 überzeugten. Doch der Bond-Hype wurde dem Schauspieler zu viel: Nach den Dreharbeiten zum letzten Teil „Spectre“ äußerte Craig etwas dramatisch, dass er sich lieber die Pulsadern aufschneiden würde, als noch mal in die Rolle des Spions zu schlüpfen. Längst hat er den unüberlegten Spruch dementiert, bereut und sich dafür entschuldigt – jetzt wird er im anstehenden, 25. Jubiläums-Teil seine Ablösung einläuten.

 

Ganz schlecht ist ihm der Bond-Ruhm ja auch wieder nicht bekommen, hat er ihm doch auf die Casting-Zettel vieler anderer Filmemacher verholfen. So etwa 2008 für die Hauptrolle im Kriegsdrama "Unbeugsam - Defiance" oder 2011 als Mikael Blomkvist in "Verblendung", dem ersten Teil der Neuverfilmung der "Millennium"-Reihe. 

 

Und ob nun geschüttelt, gerührt, oder keins von beidem: Anstoßen wird er zu seinem 50. wohl mit Ehefrau und Schauspiel-Kollegin Rachel Weisz. Seit 2011 sind die beiden glücklich verheiratet – auch im Leben eines James Bond ist die Queen eben nicht die einzige und auch nicht unbedingt die wichtigste Frau.

Ein schönes Paar! Daniel Craig mit seiner Schauspiel-Kollegin und Ehefrau Rachel Weisz.