Fazit der vergangenen Nacht: Es gab (leider) keine Pannen und der beste Film war, große Überraschung, nicht „La la land“!

In der letzten Nacht wurden in Los Angeles die beliebten Oscars vergeben und #metoo war wie immer ein großes Thema. Durch den Abend führte der Comedian und Late Night Show Host Jimmy Kimmel, der den Abend gleich mal mit einer Anspielung auf die Bewegung gegen sexuelle Belästigung, begann. Er meinte, dass der Oscar zur Zeit der beliebteste Mann sei, da er zum einen seine Hände bei sich behielte und zum anderen kein Penis zu sehen sei. Ob das lustig war, soll jetzt mal dahingestellt sein.

Auf diesem Niveau blieben die Witze die ganze Nacht hindurch und das Thema Gleichberechtigung war ebenfalls sehr präsent. Doch obwohl sowohl eine Frau für die beste Kameraführung und für die beste Regie nominiert waren, erhielten wieder nur Männer die Preise in diesen wichtigen Kategorien.

Sehr emotional wurde es bei der Dankesrede von Frances McDormand, die einen Goldjungen für ihre schauspielerische Leistung in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" erhalten hat. Sie erzählte zu Beginn ihrer Ansprache, dass sie ein wenig am hyperventilieren sei und beendete diese mit den Worten, dass sie sich sehr geehrt fühlen würde, wenn alle nominierten Frauen aufstehen und somit gemeinsam mit ihr „vor dem Publikum“ stehen würden. Ansonsten wirkte die diesjährige Oscarverleihung wesentlich mehr auf Politik und einen Wandel hin zur Gleichberechtigung bedacht, als auf die Wertschätzung von guten Filmen und das obwohl, anders als zu den Golden Globes, kaum Frauen Solidarität mittels schwarzer Roben zeigten.   

Frances McDormand bittet alle nominierten Frauen aufzustehen! - ein bewegender Moment der 90. Academy Awards

Gewinner des Abends war „The Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“, der von 13 Nominierungen vier Preise einheimsen konnte, darunter auch eine Auszeichnung als „bester Film“. Den Oscar für den besten Film durften übrigens, nach dem Malheure letztes Jahr, ein weiteres Mal Warren Beatty und Faye Dunaway verkünden. Dieses Jahr wurde auf Anhieb der richtige Film genannt, worüber alle Beteiligten wahrscheinlich sehr froh waren!

Der große Gewinner des Abends ist "The Shape of Water" mit vier Auszeichnungen in den wichtigsten Kategorien

Und auch Deutschland konnte sich mit Gerd Nefzer für die "Visual Effects" in Denis Villeneuves „Blade Runner 2049" sichern. Die anderen deutschen Oscarhoffnungen wurden allerdings enttäuscht. Da waren andere Filme in den Augen der Academy wohl besser.  

Ach und das wichtigste hätte ich fast vergessen: Derjenige, der die kürzeste Dankesrede hielt, gewann einen Jetski. Na, wenn das nicht mal etwas ist! An einem Abend um einen Oscar und einen Jetski reicher.

Wir freuen uns sehr über den „deutschen“ Oscar und müssen jetzt erst einmal eine, oder besser zwei, Mützen Schlaf nachholen.

Die wunderhübsche Helen Mirren und die begehrten Goldjungen der Academy 

Übersicht über die Gewinner in den 24 Kategorien:

Bester Film: "Shape of Water – Das Flüstern des Wassers"

Regie: Guillermo del Toro für "Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Hauptdarsteller: Gary Oldman für "Die dunkelste Stunde"

Hauptdarstellerin: Frances McDormand für "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"

Nebendarstellerin: Allison Janney für "I, Tonya"

Nebendarsteller: Sam Rockwell für "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"

Fremdsprachiger Film: "Eine fantastische Frau" von Sebastián Lelio

Kamera: Roger A. Deakins für "Blade Runner 2049"

Original-Drehbuch: Jordan Peele für "Get Out"

Adaptiertes Drehbuch: James Ivory für "Call Me by Your Name"

Schnitt: Lee Smith für "Dunkirk"

Filmmusik: Alexandre Desplat für "Shape of Water – Das Flüstern des Wassers"

Filmsong: "Remember Me" aus dem Film "Coco"

Produktionsdesign: Paul Denham Austerberry (Production Design); Shane Vieau und Jeffrey A. Melvin (Set Decoration) für "Shape of Water – Das Flüstern des Wassers"

Ton Editing: Richard King und Alex Gibson für "Dunkirk"

Tonmischung: Gregg Landaker, Gary A. Rizzo und Mark Weingarten für "Dunkirk"

Visuelle Effekte: Gerd Nefzer, John Nelson, Paul Lambert und Richard R. Hoover für "Blade Runner 2049"

Animationsfilm: "Coco" von Lee Unkrich

Animations-Kurzfilm: "Dear Basketball" von Glen Keane

Dokumentarfilm: "Icarus" von Bryan Fogel

Dokumentar-Kurzfilm: "Heaven Is a Traffic Jam on the 405" von Frank Stiefel

Make-up/Frisur: Kazuhiro Tsuji, David Malinowski und Lucy Sibbick für "Die dunkelste Stunde"

Kostümdesign: Mark Bridges für "Der seidene Faden"

Kurzfilm: "Silent Child" von Chris Overton