Es geht um Serien und Filme für 125 Millionen Nutzer in 190 Ländern: Barack Obama und Ehefrau Michelle werden in Zukunft das Angebot von Netflix mitgestalten. Dafür hat das Paar – oder besser die Firma „Higher Ground Productions, die den Obamas gehört – jetzt einen mehrjährigen Vertrag mit dem Streaming-Giganten abgeschlossen. Dabei geht es nicht nur um Obama-Biografien:Einer Netflix-Mitteilung zufolge soll der Deal ein breites Angebot von fiktiven Serien, Serien ohne festgeschriebenem Drehbuch, Dokuserien und auch Dokumentationen umfassen. 

"Eine der einfachsten Freuden in der Zeit, in der wir der Öffentlichkeit gedient haben, waren die vielen faszinierenden Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, die wir treffen durften und denen wir helfen konnten, ihre Erfahrungen mit einem großen Publikum zu teilen", wird Barack Obama von Netflix zitiert. "Aus diesem Grund freuen wir uns sehr, Netflix als Partner zu haben." Gemeinsam mit seiner Frau wolle er diesen Menschen eine Stimme geben und dazu beitragen, das Verständnis zwischen verschiedenen Personen zu fördern und ihre Geschichten mit der ganzen Welt zu teilen.

Konservative Amerikaner regen sich in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter bereits lautstark über die Entscheidung von Netflix auf, mit dem Ex-Präsidenten gemeinsame Sache zu machen. Viele drohen auch, ihre Netflix-Abos zu kündigen. Ihre Befürchtung: Statt objektiv ausgewogene Sendungen zu liefern, bewerben die Obamas ihre eigene politische Agenda – und machen am Ende sogar Stimmung gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. Vertrauten soll Obama aber bereits gesagt haben, genau das nicht tun zu wollen.

Was das Ex-Präsidentenpaar für seine Netflix-Arbeit bekommt, ist geheim – üblich sind bei einem Deal dieser Klasse aber durchaus zweistellige Millionenbeträge. Wirklich nötig haben sie das wohl nicht: Denn die Obamas verfassen zurzeit ihre Memoiren. Berichten zufolge sollen sie für die Bücher gemeinsam eine Rekordsumme von mehr als 60 Millionen Dollar erhalten - so viel wie kein anderes Präsidentenpaar zuvor. Einen "signifikanten Teil" des Honorars will das Paar allerdings an Wohltätigkeitsorganisationen spenden, darunter die auch Obama Stiftung.