In der Szene gilt er als ein Sprachrohr der Obdachlosen. Sich selber bezeichnet er lieber als Reisender ohne Heimat. Seit 1999 führt er im Internet ein Buch über Notunterkünfte in Deutschland und bewertet diese. Sein neustes Projekt hat es in die Bestsellerlisten geschafften und löst Begeisterung aus. Mit seinem Buch möchte Richard Brox jenen Mut machen, denen es genau so geht. Er bringt es klar auf den Punkt, dass das Straßenleben kein Spaß ist: „Oft sind die Betten feucht vom Urin des Vorgängers, und die Toiletten haben keine Türen!"

Leben auf der Straße

Mannheim bedeutet für den Obdachlosen Inspiration, aber auch zugleich Schmerz. Dort nahm er als Jugendlicher erstmals Kokain und hier verlor er kurz nach dem Tod seiner Eltern die Wohnung durch Zwangsräumung. Seine Drogensucht finanzierte er sich mit Kurierdiensten, sodass er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Zudem ließ er sich auf Tricks bei Banken ein und wurde wegen Betrugs verurteilt.

Obdachloser

Sein Leben als Obdachloser

Er sah in seinem Leben keinen Sinn mehr und dachte über Selbstmord nach. Doch der Überlebenswille siegte und er machte einen Entzug. Im Sommer 1990 war er endlich clean. Sein Leben wird wieder besser, denn seine damalige Freundin wird schwanger. Damit wäre der Schritt in ein Leben mit einem Dach über den Kopf gesichert, doch Richard ist nicht bereit dazu. Er verlässt seine Freundin vor der Geburt des Kindes. Schuld daran sei seine Vergangenheit, wie der Obdachlose erzählt. Seine Eltern waren beide im Konzentrationslager und vom Krieg traumatisiert. Daher war das Verhältnis zwischen Richard und seinen Eltern eher schwierig. Brox beschreibt seine Kindheit als Trostlos und kalt.

Kein Dach über dem Leben

Der 53-Jährige beschreibt das Straßenleben als brutal. Einen festen Wohnsitz hat er weiterhin nicht, denn von den Einnahmen will der Mann nichts behalten. Die Vergütung soll einer hospizähnlichen Betreuungsform zugutekommen. Denn meist sterbe ein Obdachloser, der zum Beispiel an Krebs erkrankt, einsam in einer Klinik. Diesen Menschen möchte er auf ihren letzten Weg Trost schenken und sie unterstützen. Trotz dem Erfolg seines Buches ist Richard auf Spenden für sein Projekt angewiesen.

Eine Zukunft für Obdachlose

Richard Brox wünscht sich bessere Notunterkünfte, die 24 Stunden lang betreut werden. Zudem fordert er die Abschaffung von Mehrbettzimmern, denn Obdachlose sollen sich wieder sicher und wohlfühlen! Viele würden sich vor Gewalt und Beleidigungen fürchten und damit sollte nun ein für alle Mal Schluss sein.