Bereits in den Sommerferien hatte sich Jamel gegenüber seiner Mutter als schwul geoutet. Nach den Ferien wollte er seinen Mitschülern davon erzählen. „Er habe den Leuten sagen wollen, dass er schwul ist, weil er stolz auf sich war.“, erzählt die Mutter. Als das vierte Schuljahr startete, setzte er sein Vorhaben in die Tat um.

Doch anscheinend waren seine Mitschüler davon nicht begeistert. Laut seiner Mutter wurde er immer wieder gemobbt und einige Schüler forderten ihn auch dazu auf, dass er sich doch bitte umbringen solle. Der kleine Jamel nahm sich diese Aussagen so zu Herzen, dass er sich tatsächlich das Leben nahm. Seine Mutter fand ihn tot zu Hause auf.

In einem Interview bringt die Mutter ihre Trauer nun zum Ausdruck: „Wollt ihr wissen, wie es ist gleichzeitig tot und lebendig zu sein? Dann verliert ein Kind. Es ist so schmerzhaft. Das Herz bricht jede Sekunde. Ich weiß gar nicht mehr, was ich tun soll, weil derjenige der sonst immer da gewesen ist, plötzlich nicht mehr da ist. Das Leben ist einfach nicht mehr fair.“

An der Grundschule wurde nun das Angebot einer psychologischen Beratung für alle Schüler ins Leben gerufen, damit Kinder endlich eine Anlaufstelle haben, wenn sie jemanden zum Reden brauchen.