Die britische Regierung hat bekanntgegeben, dass ab 2020 keine Wildtiere mehr in Zirkussen auftreten dürfen. Diese haben jetzt zwei Jahre lang Zeit, sich darauf einzustellen. Großbritannien ist damit lange nicht das einzige Land, das sich für Zirkustiere einsetzt. 40 Länder haben mittlerweile ein Verbot für Wildtiere im Zirkus erlassen. Zuletzt Schottland, Irland und Italien. Hintergrund dafür seien die schlechten Zustände und die unzumutbaren Bedingungen, welchen die Tiere ausgesetzt sind. Ein brutaler Umgang, aushungern und völlig unzureichende Hygiene sind im Zirkus für Vierbeiner oft an der Tagesordnung. Kunststücke werden oftmals mit Gewalt eingeübt. Dazu sind die Tiere gezwungen, den Auftritts-Ort im Schnitt bis zu 50-mal pro Jahr zu wechseln. Vor allem die artgerechte Haltung und Fütterung stellt ein großes Problem da. Die Tiere leben in beengten Käfigen und unzureichenden Gehegen oder Transportwagen. Außerdem ist die ärztliche Kontrolle der Tiere fast kaum zu ermöglichen, da es nicht an jedem Ort auf Wildtier spezialisierte Veterinäre gibt.

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Doch wie sieht es in Deutschland aus?
Wildtiere im Zirkus sind auch in Deutschland schon lange nicht mehr erwünscht. Bereits 2003, 2011 und 2016 stimmte der Bundesrat mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot für Wildtiere im Zirkus. Dazu gehören vor allem Großkatzen, Bären und Elefanten. Auch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung spricht sich seit einiger Zeit für das Verbot aus. So zeigte eine von der Stiftung VIER PFOTEN in Auftrag gegebene Umfrage, dass ganze 70 Prozent der Befragten den Tieren zuliebe auf die Show im Zirkus verzichten wollen.

Und wie sieht die Rechtslage aus?
Die Rechtslage für die Unterbringung und Haltung von Tieren in Zirkussen ist in Deutschland sehr schlecht. Es existieren nur unverbindliche Leitlinien, die weit unterhalb der Mindestanforderungen eines Zoos liegen.
Immer mehr Städte und Gemeinden versuchen gegen die Auftritte von Zirkustieren vorzugehen, indem sie zum Beispiel keine städtischen Flächen mehr zur Verfügung stellen. Diese kommunalen Verbote sind zwar schwer zu realisieren, setzen aber ein deutliches Signal an den Gesetzgeber, der handeln und die Verbote bundesweit durchsetzen soll.

Erster Zirkus verzichtet freiwillig auf Show mit Wildtieren
Der berühmte Circus Roncalli nimmt sich die Forderung der Zuschauer und Tierschützer nun erstmals zu Herzen. Am 15. März startet in Recklinghausen die Tournee 2018 – allerdings ohne Zirkustiere! Damit ist Roncalli der erste deutsche Zirkus, der auf die Bitte reagiert. Ein Zirkus mit Tieren sei nicht mehr zeitgemäß, sagte Zirkusdirektor Bernhard Paul während einer Pressekonferenz im Mai 2017. „Unser Circus ist immer mit der Zeit gegangen und hat als Kulturträger stehts entscheidende Trends gesetzt. Jetzt ist es halt bei Roncalli mal wieder soweit.“, so Paul weiter. Natürlich muss auf Spaß im Zirkus trotzdem nicht verzichtet werden!  Auch ohne Tiere bleibt sich der Zirkus treu und will mit typischen Roncalli-Elementen überzeugen. Statt echten Pferden wird es nun lebensechte Hologramme geben. Des Weiteren wird der Schwerpunkt auf die Show der Artisten gelegt. Das sei auch Anlass für eine Namensänderung. Das Unternehmen solle künftig „Circus-Theater“ heißen.

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