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Konterbier gegen Kater? Wir verraten, ob es wirklich hilft!

Staffel 1

Wer ihn kennt, der hasst ihn: Den Kater am Morgen danach. Viele Mittelchen sollen dagegen helfen - Gesundheits-Expertin Charlotte Karlinder weiß, warum wir einen Kater bekommen und was ihn wirklich bekämpft.

28.07.2017 01:00 | 2:35 Min |

Eigentlich gibt es eine einfache Erklärung für den Kater, den schlimmsten aller Zustände: Der Schmerz soll uns schützen. Fast jeder, der schon mal mit einem brummenden Kopf aufgewacht ist, hat sich bestimmt schon mal gesagt: "Ich trinke nie wieder Alkohol!" Und das ist gut so. Aber: Ein Bier am Tag danach soll ja helfen, den Kater zu beseitigen –– das sogenannte Konterbier. Aber stimmt das wirklich?

Dazu ist es wichtig zu wissen, dass Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit ihren Höhepunkt erreichen, wenn der Alkoholspiegel im Körper gerade auf null gesunken ist. Warum das so ist, weiß man noch nicht. Fest steht aber: Anders als viele denken, entsteht der Kater nicht nur direkt durch den Alkohol im Getränk. Stattdessen sind es vor allem die Abbauprodukte des Alkohols, die uns am nächsten Morgen zu schaffen machen. Vermutlich spielt dabei neben dem Trinkalkohol Ethanol, der Stoff Methanol eine wichtige Rolle.

Eigentlich enthält jedes alkoholische Getränk geringe Mengen Methanol, Fuselalkohol, der bei der Herstellung entsteht und nur schadet. Damit er aus dem Körper verschwindet, spaltet ein Enzym das Methanol in Ameisensäure und Formaldehyd. Beide Stoffe sind in größeren Mengen hochgiftig und tragen in kleineren wahrscheinlich zum Kater bei. Um den Methanolabbau zu verhindern, hilft es - auch wenn das erst einmal kontraproduktiv scheint - Alkohol zu trinken. Der Trinkalkohol Ethanol nämlich benötigt für seinen Abbau dasselbe Enzym wie das Methanol. Der entscheidende Unterschied: Ethanol wird bevorzugt. Erst wenn es nicht mehr aus Bier, Wein oder Schnaps nachfließt, kommt das Methanol an die Abbaureihe. Bis dahin sammelt es sich an.

Wer nun morgens in Maßen wieder Alkohol trinkt, kann den Methanolabbau hinauszögern - und mehr als das. Bleibt Methanol auf Dauer im Körper, verzichtet dieser irgendwann auf das Spalten des Stoffs und scheidet ihn als Ganzes über Atem und Urin aus. Ameisensäure und Formaldehyd entstehen gar nicht erst. Diese Methode wirkt so gut, dass Ärzte Ethanol gezielt bei einer Methanolvergiftung durch gepanschten Alkohol einsetzen.

Überbewerten darf man die Erkenntnisse allerdings nicht. Sie sind rein theoretisch. Wie gut das Konterbier in der Praxis wirkt, hat noch kein Forscher getestet. Das wird wahrscheinlich auch nicht mehr passieren: Mediziner sind von der Konterbiermethode wenig begeistert, weil sie an den durchzechten Abend noch einen weiteren Alkoholtag hängt.

Und noch eine beruhigende Tatsache zum Schluss: Falls Sie sich wundern, dass manche Kollegen nach dem gemeinsamen Trinkgelage immer so fit wirken, während Sie über der Tastatur hängen: Rund 23 Prozent der Menschen (ja, mehr als jeder Fünfte) bekommen einfach keinen Kater. Auch das haben mehrere Studien gezeigt. Nur eins wissen die Forscher leider noch nicht: Was diese Menschen so katerresistent macht.

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