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Frühstücksfernsehen

"4. Impfung für alle ist Unsinn": Wer sie laut Virologe Kekulé wirklich braucht

19.07.2022 • 11:34

Expert:innen sind sich nach wie vor nicht einig darüber, ob und für wen eine vierte Corona-Impfung nun Sinn macht. Während Karl Lauterbach sich kürzlich für eine vierte Impfung auch für jüngere Menschen aussprach, ist der Virologe Alexander Kekulé anderer Meinung und kritisiert das Verhalten des Bundesgesundheitsministers deutlich.

Expert:innen sind sich nach wie vor nicht einig darüber, ob und für wen eine vierte Corona-Impfung nun Sinn macht. Während Karl Lauterbach sich kürzlich für eine vierte Impfung auch für jüngere Menschen aussprach, ist der Virologe Alexander Kekulé dagegen und kritisiert das Verhalten des Bundesgesundheitsministers deutlich. Mit seinen Aussagen, wer „den Sommer genießen“ und „kein Risiko eingehen“ wolle, solle sich den Zweitbooster holen, stelle sich Lauterbach öffentlich gegen seine Beratenden.

Die derzeitige STIKO-Empfehlung für den Zweitbooster gilt ab 70 Jahren

Derzeit gilt eine STIKO-Empfehlung zur zweiten Boosterimpfung nur für über 70-Jährige. Wie Kekulé in einem Beitrag auf "Focus.de" schreibt, hält er Lauterbachs Empfehlung, alle Altersgruppen vierfach zu impfen, für Unsinn.

Die virologische Datenlage sei unvollständig

Der Grund dafür sei die virologische Datenlage: Diese sei momentan noch unvollständig. Bislang sei beispielsweise gar nicht bekannt, warum die Boosterimpfung überhaupt vor einem schweren Verlauf schütze. Zudem lasse die Schutzwirkung bei einer zu frühen Impfung möglicherweise zu schnell wieder nach, so Kekulé weiter.
Lediglich ab 60 hält er die vierte Impfung für sinnvoll. So hätten die Europäische Seuchenbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelagentur EMA das Mindestalter für den Zweitbooster zuletzt von 80 auf 60 Jahre gesenkt, in den USA gebe es ihn sogar schon ab 50 Jahren.
Für diese und höhere Altersgruppen senke der Zweitbooster das Risiko eines schweren oder gar tödlichen Verlaufs erheblich.

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