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Ärztetag gegen Homöopathie-Weiterbildungen

27.05.2022 • 16:16

Der Ärztetag hat die Zusatzbezeichnung Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung für Ärzt:innen gestrichen.

Der Ärztetag hat die Zusatzbezeichnung Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung für Ärzt:innen gestrichen. Das hat das Plenum des Deutschen Ärztetages laut der dpa beschlossen. „Es ist keine evidenzbasierte Medizin“, sagte die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, der dpa. Es gebe keine wissenschaftlichen Belege dafür, die Homöopathie guten Gewissens in der Weiterbildung zu behalten. Es werde aber kein Mediziner oder Medizinerin daran gehindert, Homöopathie weiter anzubieten.

Das sagt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach dazu

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) begrüßte die Entscheidung des Ärztetages ausdrücklich. „Gute Medizin steht auf dem Boden der Wissenschaft. Für Homöopathie gibt es dort keinen Platz. In einer solchen Frage muss man Farbe bekennen“, schrieb er auf Twitter. Homöopathische Arzneimittel sollen den Körper dazu bringen, sich selbst zu heilen. Basis sind pflanzliche, mineralische und tierische Substanzen. Die stark verdünnten Wirkstoffe werden meist als Tropfen, Tabletten oder Kügelchen (Globuli) verabreicht.
 
Der Bremer Beschluss verweist darauf, es fehlten wissenschaftliche Studien, die einen evidenzbasierten Einsatz der Homöopathie belegten. Damit fehlten auch die Grundsätze, nach denen in einer Weiterbildung der Wissenserwerb überprüft werden könne.

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