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Frühstücksfernsehen

Albtraum wird wahr: Italienerin schwitzt Blut

07.06.2018 • 07:00

Blut und Wasser schwitzen – diese Redewendung wurde für eine junge Italienerin real. Die Frau leidet an der seltenen Krankheit Hämhidrose. Charlotte Karlinder weiß mehr darüber.

Blut und Wasser schwitzen – diese Redewendung wurde für eine junge Italienerin real. Die Frau leidet an der seltenen Krankheit Hämhidrose: Statt Wasser schwitzt sie Blut. Immer wieder liefen der 21-Jährigen Schweißperlen über das Gesicht. Doch als das Mädchen blinzelte, sah sie rot. Obwohl äußerlich keinerlei Verletzungen sichtbar waren, waren erst ihr Gesicht, dann auch ihre Hände mit Blut benetzt. Nach ein bis fünf Minuten legte sich die Blutung immer wieder. Drei Jahre lang begann die Italienerin immer wieder an Händen und Stirn zu bluten, bis sie zum Arzt ging. Innerhalb dieser Zeit hatte sich die junge Frau gänzlich vom sozialen Leben abgeschottet. Zu groß war ihre Angst, in der Öffentlichkeit zu bluten. Aus der anfänglichen Scham entwickelte sich eine Angststörung, dann eine Depression. Die Ärzte standen zunächst vor einem Rätsel, denn der jungen Frau schien äußerlich wie innerlich vollständig gesund. 

Doch immer wieder begannen die Blutungen an Gesicht und Händen von neuem. Dann diagnostizierten die Ärzte „Hämhidrose“. Eine Krankheit, die nur bei 1 von 10 Millionen Menschen vorkommt. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Krankheit, bei der Betroffene Blut schwitzen. In manchen Fällen wird lediglich das Blutpigment ausgeschwitzt, was wiederum die rote Färbung des Schweißes erklärt. Die Erkrankung kann angeboren sein, sich aber auch erst im Laufe des Alters entwickeln. Grund für das Blutschwitzen ist meist eine Schwäche der Gefäße, die daraufhin leichter platzen. Auch psychische Faktoren, wie Angst, Anspannung oder Stress, kommen als Ursache für die Hämhidrose in Frage. Im Falle der Italienerin traten die Blutungen zwar verstärkt bei psychischer Belastung auf, doch eine Behandlung der Depression und Angstzustände zeigte keine Linderung der Erkrankung. Erst blutdrucksenkende Medikamente konnten für eine Besserung sorgen, ganz verschwunden ist die Hämhidrose jedoch nicht. In der Kombination mit angstlindernden Medikamenten mag man jedoch hoffen, dass die junge Frau irgendwann trotzdem wieder ein normales Leben führen kann.