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Frühstücksfernsehen

Bildungsarmut beeinträchtigt die Gesundheit von Kindern

19.09.2018 • 01:00

Ob Kinder gesund oder krank sind, hängt auch davon ab, ob ihre Eltern an der Universität waren oder nur einen Hauptschulabschluss haben. Zu diesem Ergebnis kommt der Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit.

Ob Kinder gesund oder krank sind, hängt auch davon ab, ob ihre Eltern an der Universität waren oder nur einen Hauptschulabschluss haben. Zu diesem Ergebnis kommt der Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit. Für die Analyse werteten Forscher die Daten von fast 600.000 Kindern von der Geburt bis zum Alter von 17 Jahren sowie von deren Eltern aus. Diese Routinedaten enthalten Informationen zu Diagnosen und Verschreibungen. Das Ziel der Wissenschaftler war es, eine Antwort auf die Frage zubekommen: Welchen Einfluss hat das Elternhaus auf die Gesundheit der Kinder? Das Ergebnis der Untersuchung bestätigte die Vermutung, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Bildungsstatus der Eltern und dem Gesundheitszustand der Kinder gibt. Bei einigen Krankheiten wird das besonders deutlich. So sind Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss im Alter von fünf bis neun Jahren häufiger von Fettleibigkeit und Karies betroffen. Auch Entwicklungsstörungen wie Sprach- und Sprechprobleme und Verhaltensstörungen wie ADHS werden häufiger bei diesen Kindern diagnostiziert. Diese Ungleichheit drückt sich auch in der Gesundheitsversorgung aus. Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern haben fast 70 Prozent mehr Krankenhausaufenthalte und bekommen häufiger Medikamente. Damit zeigt die Studie, dass die gesundheitlichen Unterschiede zwischen den Familien größer als gedacht sind. Warum das aber so ist, bleibt leider unbeantwortet.