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China zensiert WHO-Kritik zu Null-Covid-Politik

12.05.2022 • 10:33

Besonders im am härtesten von der Omikron-Welle betroffenen Shanghai, das seit bald sieben Wochen im Lockdown ist, wächst der Unmut über die strengen Maßnahmen. Doch dieser Unmut darf offenbar nicht noch bekräftigt werden.

Der Preis der Null-Covid-Strategie in China ist hoch: Chaos und Unruhe durch wochenlange Lockdowns. Lieferketten sind unterbrochen. Betriebe stehen still. Trotzdem kriegt das Land die Omikron-Ausbrüche kaum noch in den Griff. Besonders im am härtesten von der Omikron-Welle betroffenen Shanghai, das seit bald sieben Wochen im Lockdown ist, wächst der Unmut über die strengen Maßnahmen. Doch dieser Unmut darf offenbar nicht noch bekräftigt werden. Die Folge: Kritische Kommentare zur Null-Covid-Strategie wurden gelöscht.

So löscht China offenbar WHO-Nachrichten

Nach kritischen Äußerungen von Weltgesundheitsorganisation-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zur chinesischen Null-Covid-Strategie brachten Suchen nach den Schlagworten "Tedros" und "WHO" im chinesischen Online-Netzwerk Weibo keine Ergebnisse. Nutzer:innen der App „WeChat“ konnten zudem einen Artikel nicht teilen, der auf einem offiziellen Konto der UNO veröffentlicht wurde.
"Wenn wir über die Null-Covid-Strategie sprechen, glauben wir nicht, dass sie haltbar ist, wenn man bedenkt, wie sich das Virus jetzt verhält und was wir für die Zukunft erwarten", sagte der WHO-Chef. WHO-Notfalldirektor Michael Ryan ergänzte mit Blick auf Chinas Corona-Strategie, es sei Zeit für einen Neustart. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums wiederum sagte nur, Pekings Politik sei "wissenschaftlich und effektiv" und werde sich im Rückblick "bewähren“.

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