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Frühstücksfernsehen

Coronaviren in Abwasser gefunden

01.04.2020 • 10:04

Niederländische Wissenschaftler haben erstmals Coronaviren im Abwasser nachgewiesen. Sind sie damit auf einen neuen Übertragungsweg der neuartigen Lungenkrankheit gestoßen?

Das Corona-Virus und die Krankheit, die es übertragen kann, COVID-19 sind weltweit ein wichtiges Thema. Nun gibt es neue Erkenntnisse von niederländischen Wissenschaftlern: Sie haben die Erreger im Abwasser der Stadt Amersfoort nachgewiesen – und das sogar bevor dort Infektionen mit der Lungenkrankheit gemeldet wurden. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. 

Der Fund dient der Überwachung von möglichen Erkrankungen 

Die Forscher vermuten, dass eine infizierte Person die Viren mit ihrem Stuhl ausgeschieden hat. Dass der Corona-Erreger über das Abwasser auf andere übertragen wird, sei aber unwahrscheinlich. Der Fund soll dennoch im Auge behalten werden. 

Laut Gertjan Medema, ein Mikrobiologe des Forschungsinstituts KRW, kann die Erkenntnis wichtig sein: "Es ist wichtig, Informationen über das Auftreten und den Verbleib dieses neuen Virus im Abwasser zu sammeln, um zu verstehen, ob ein Risiko für die Abwasserarbeiter besteht, aber auch, um festzustellen, ob die Abwasserüberwachung zur Überwachung der Zirkulation von Sars-CoV-2 in unseren Gemeinden genutzt werden könnte." 

Mögliches Frühwarnsystem 

Das systematische Testen von Wasser könnte so im besten Fall eine Art Frühwarnsystem darstellen. Der Grund: Corona-Viren können im Abwasser bereits frühzeitig nachgewiesen werden. Treten sie auf, kann das entscheidende Hinweise darüber liefern, in welchen Gebieten es Infizierte gibt. So könnten schnellstmöglich Maßnahmen ergriffen und Tests unternommen werden.