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Ein Fall für die Polizei? Wie Apotheken mit gefälschten Impfpässen umgehen

20.12.2021 • 14:50

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Seit in vielen Bereichen die 2G-Regel gilt, nehmen auch die Täuschungsversuche bei der Erstellung digitaler Impfzertifikate zu. "Im Vergleich zu sonstigen kriminellen Angeboten an Personal- und Ausweisdokumenten handelt es sich bei der Fälschung von Impfbüchern um ein zahlenmäßig ansteigendes Phänomen", berichtet die Sprecherin des Bundeskriminalamts, Hanna Hammer, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND).

Impfpass hat keinerlei Sicherheitsmerkmale

Doch wie gehen Apotheken mit dieser Entwicklung um? Ob ein Impfpass gefälscht ist, muss das Apothekerteam selbst beurteilen. Das gestaltet sich als schwierig, denn das Dokument hat keinerlei Sicherheitsmerkmale wie etwa ein Personalausweis. Hinzu kommt auch noch, dass jeder Impfnachweis anders aussieht. "Das ist ein großes Problem für die Überprüfungen. Eine unklare Impfdokumentation ist nicht immer eine Fälschung", äußert sich Thomas Peis, Apotheker und Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein gegenüber dem Redaktionsnetzwerk.

Keine einheitliche Regelung zum Vorgehen bei Fälschungen

Ein weiteres Problem ist, dass es keine einheitliche Regelung für Apotheken gibt, sollten sie eine Fälschung vermuten. "Die Strategien sind unterschiedlich. Fakt ist: Apotheken dürfen keine Impfzertifikate ausstellen, wenn sie Zweifel an der Authentizität haben. Ob sie die Polizei rufen, den Impfpass einbehalten oder die Menschen nur wegschicken, ist der Apotheke überlassen", erklärt eine Sprecherin des Apothekerverbands Hessen dem RND.
Deshalb fordern Apothekenverbände eine Überarbeitung der Impfpässe hinsichtlich ihrer Fälschungssicherheit und bestenfalls eine Übertragung in ein digitales Impfregister.

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