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"Enorme Schäden": Studie zeigt, wie das Coronavirus die Lunge zerstört

02.12.2021 • 14:01

Die Lunge der Mehrheit von COVID-19 Patienten vernarbt in außergewöhnlich starkem Ausmaß durch eine gestörte Immunreaktion, wie eine Studie der Berliner Charité - Universitätsmedizin Berlin und vier weiterer Institute zeigt. Dies könnte erklären, warum Betroffene so lange beatmet werden müssen.

"Enorme Schäden": Studie zeigt, wie das Coronavirus die Lunge zerstört

Die Lunge der Mehrheit von COVID-19 Patienten vernarbt in außergewöhnlich starkem Ausmaß durch eine gestörte Immunreaktion, wie eine Studie der Berliner Charité - Universitätsmedizin Berlin und vier weiterer Institute zeigt. Dies könnte erklären, warum Betroffene so lange beatmet werden müssen.

Bei Patienten mit schwerem COVID-19-Verlauf wird die Lunge so schwer geschädigt, dass der Körper nicht mehr genügend Sauerstoff aus der Luft aufnehmen kann. Die Betroffenen haben nur durch die Gabe von Sauerstoff, einer unterstützenden Beatmung oder sogar dem Einsatz einer künstlichen Lunge - der sogenannten ECMO - eine Chance zum Überleben. Trotzdem überlebt etwa die Hälfte von ihnen nicht.

Die Lunge von COVID-19 Patient:innen ist sichtbar stark geschädigt

Die Computertomographie-Aufnahme der Lunge eines gesunden Menschen unterscheidet sich dramatisch von der eines mit Lungenversagen. Dort entdeckten die Wissenschaftler:innen, dass die Lungenbläschen weitgehend zerstört waren, die Wände deutlich verdickt. Dabei fanden sie große Mengen der im Bild rot dargestellten Makrophagen, körpereigenen Fresszellen, die in fehlgeleiteter Funktion für die Vernarbung verdächtigt werden. "SARS-CoV-2 ist also zumindest ein möglicher Auslöser für die fehlgeleitete Reaktion der Fresszellen", erklärt Prof. Dr. Matthias Selbach, der die Studie am MDC leitete. "Das Virus vermehrt sich dabei anscheinend nicht in den Immunzellen, sondern programmiert sie um."

Bei Genesenden, die eine solche Lungenfibrose überlebt haben, löst der Körper die Verdichtungen des Gewebes allmählich auf, aber manchmal bleiben Vernarbungsreste zurück.

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