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Frühstücksfernsehen

Gefängnis wegen fehlendem Zug-Ticket: So viele Menschen sind betroffen

18.05.2022 • 15:14

Laut Paragraf 265a kann Schwarzfahren mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden. Wie Recherchen vom NDR und BR nun zeigen, ist die Zahl derer, die aufgrund "Erschleichens von Leistungen" verurteilt wurden, erschreckend hoch.

Laut Paragraf 265a kann Schwarzfahren mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden. Wie Recherchen vom NDR und BR nun zeigen, ist die Zahl derer, die aufgrund "Erschleichens von Leistungen" verurteilt wurden, erschreckend hoch: 2019 wurden demnach mehr als 46.000 Menschen verurteilt. Im Jahr 2020 waren es fast 40.000. Wie der NDR und das BR-Politikmagazin "Kontrovers" betonen, muss zudem von einer Dunkelziffer ausgegangen werden.

Haftstrafe durch Schwarzfahren: Erschreckende Umstände

Einige Verurteilten mussten direkt eine Haftstrafe antreten oder wurden zu einer Geldstrafe verurteilt, die sie nicht bezahlen konnten. Sogenannte "Haftvermeidungsprogramme", durch die die Verurteilten die Geldstrafe abarbeiten könnten, haben schlicht zu wenig Plätze. Oftmals sind die Verurteilten zudem zu krank, um die Tätigkeiten durchzuführen.

Bundesjustizministerium: Paragraf 265a wird überprüft

Die meisten Gefangenen aufgrund von Paragraf 265a haben mit rund 300 Inhaftierten die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Thüringen. Zwar umfasst der Paragraf 265a auch weitere "Erschleichungen von Leistungen" wie das Umgehen von Drehkreuzen, doch nach Aussage der Justizministerien sei Schwarzfahren die häufigste Straftat. Derzeit werde der Paragraf laut dem Bundesjustizministerium auf eine mögliche Überarbeitung geprüft.

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