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Frühstücksfernsehen

Klitschko widerspricht Selenskyj: Kritik an Präsidenten-Aussage

14.06.2022 • 14:39

Von Bundeskanzler Olaf Scholz wünscht sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass dieser persönlich die EU-Mitgliedschaft der Ukraine unterstütze. Dem widerspricht Wladimir Klitschko.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet, dass die Europäische Union seinem Land noch in diesem Juni den Status eines Beitrittskandidaten zuerkennt. Von Bundeskanzler Olaf Scholz wünsche er sich, dass dieser persönlich die EU-Mitgliedschaft der Ukraine unterstütze, sagte Selenskyj in einem Interview mit dem „ZDF heute journal“. Der 44-Jährige betonte, Deutschland müsse sich entscheiden, auf welcher Seite es stehe. Dieser Aussage widerspricht Wladimir Klitschko, Bruder von Vitali Klitschko, dem Bürgermeister von Kiew. Gegenüber „Bild“ sagte er: „Insbesondere vor dem Besuch des Bundeskanzlers in Kiew sollten wir an einer Sache keine Zweifel aufkommen lassen: Deutschland war, ist und bleibt immer Partner der Ukraine. Darüber kann es keine zwei Meinungen geben und Scholz hat dazu längst ein klares Bekenntnis im Bundestag gegeben.“ Sicherlich brauche die Ukraine dringend mehr Waffen, sie brauche Hilfe beim EU-Beitritt und weiter humanitäre Unterstützung, aber man sollte auch nicht vergessen, was von so vielen geleistet wurde, nicht zuletzt bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

Vor Scholz‘ Amtsantritt habe es „eine gewisse Skepsis“ gegeben

Kritisch fügte Selenskyj weiter an, in der Zeit vor Scholz' Amtsantritt, also während der Kanzlerschaft Angela Merkels, habe „eine gewissen Skepsis“ in der politischen Führung Deutschlands geherrscht, was einen EU- und Nato-Beitritt seines Landes angehe. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte derweil bei einem Besuch in Kiew angekündigt, die Analyse des EU-Beitrittsantrags der Ukraine Ende kommender Woche abzuschließen. Auf jeden Fall dürfte die Empfehlung ihrer Behörde an Reformen geknüpft sein. Anschließend müssen die EU-Staaten einstimmig darüber entscheiden, wie es weitergeht. Dies soll bei einem EU-Gipfel am 23. und 24. Juni geschehen.

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