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Frühstücksfernsehen

Längster Streik seit 40 Jahren: Am Hamburger Hafen geht bis Sonntag nichts mehr

14.07.2022 • 10:53

Wegen der Corona-Pandemie gibt es im weltweiten Verkehr von Container- und Frachtschiffen ohnehin seit langem ein riesiges Durcheinander. Jetzt droht an den deutschen Seehäfen der totale Stillstand - und das sogar für 48 Stunden.

Wegen der Corona-Pandemie gibt es im weltweiten Verkehr von Container- und Frachtschiffen ohnehin seit langem ein riesiges Durcheinander. Jetzt droht an den deutschen Seehäfen der totale Stillstand – und das sogar für 48 Stunden.

Alle wichtigen Nordseehäfen sind ab Donnerstag im Streik

Seit Donnerstagmorgen (14.7.) haben in allen wichtigen Nordseehäfen Warnstreiks der Hafenarbeiter:innen begonnen. Davon betroffen sind neben dem größten deutschen Hafen Hamburg auch Bremen, Bremerhaven, Emden, Wilhelmshaven und Brake, wie Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth der dpa sagte.

Hintergrund ist der Konflikt um die Entlohnung der Hafenmitarbeiter:innen

Bis zum Samstag (16.7.) soll also kein Schiff be- oder entladen werden – es wäre der längste Streik seit mehr als 40 Jahren. Hintergrund der Arbeitsniederlegungen ist der aktuelle Konflikt um die Entlohnung der rund 12.000 Hafenarbeiter:innen in Deutschland. Am Mittwoch (13.7.) war der Gewerkschaft Verdi und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) auch in einer siebten Verhandlungsrunde kein Tarifkompromiss gelungen. Beschäftigte hatten bereits im Juni zweimal die Abfertigung von Schiffen lahmgelegt, zuletzt am 23. Juni für 24 Stunden.
Die Arbeitgeberseite hatte schon vor den jüngsten Warnstreiks vor einer weiteren Eskalation gewarnt. ZDS-Verhandlungsführerin Ulrike Riedel sagte NDR 90,3, mit jeder weiteren Arbeitsniederlegung würden sich mehr Schiffe vor den Häfen stauen. "Die Lieferketten sind extrem angespannt", sagte Riedel. Angesichts der zulasten von Verbraucher:innen und Unternehmer:innen gestörten Lieferketten sei der Streikaufruf "unverantwortlich".

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