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Locked-in-Syndrom: Gefangen im Körper

02.08.2018 • 07:00

Locked-in-Patienten sind sprach- und bewegungslos, aber das Gehirn und die Gefühle arbeiten weiter.

Forscher sollen einen Weg gefunden haben, mit Locked-in-Patienten zu sprechen.  Menschen mit dem Locked-in-Syndrom sind sprach- und bewegungslos und verlieren nach und nach jede Möglichkeit, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Zwar ist der Körper regungslos, aber das Gehirn und die Gefühle arbeiten weiter. Der Neurowissenschaftler Niels Birbaumer machte es sich zur Aufgabe die Kommunikation bei diesen Menschen wiederherzustellen. Dafür entwickelte er eine Haube, mit der er die Gehirnströme messen und mit Hilfe von selbstlernenden Algorithmen daraus Ja und Nein-Antworten ableiten kann. Dem Kranken werden etwa 100 Fragen gestellt, die sich nur mit Ja oder Nein beantworten lassen. Die Elektroden auf dem Kopf des Patienten erfassen die Elektrizität des Gedankens und leiten sie an einen Rechner weiter, der die individuellen Ja-Nein-Ströme erkennt. Ist der Algorithmus bei einer Trefferquote von 70 Prozent angelangt, gehen die Neurologen auf offene Fragen über. Im nächsten Schritt geht es mit Buchstaben weiter. Ist das System erstmal eingerichtet, können die Patienten etwa eine Stunde pro Tag mithilfe der Haube kommunizieren. Der nächste Schritt der Kommunikation könnte sein, die Gedanken in Sätze zu packen und ein flüssiges Gespräch zu führen. Ein junger Vater etwa, den Birbaumer derzeit als Patient betreut, möchte später mit seinem Sohn sprechen können und vielleicht wird das schon bald Wirklichkeit!