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"Nichts überstürzen": Söder über möglichen Ukraine-Beitritt zur EU

20.06.2022 • 16:21

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dämpft im Zusammenhang eines möglichen Eintritts der Ukraine in der EU die Euphorie: "Es wird ein langer Prozess sein. Wir sind in großen Teilen skeptisch."

"Nichts überstürzen": Söder über möglichen Ukraine-Beitritt zur EU

Die Ukraine drängt bereits seit Monaten auf einen Beitritt in die Europäische Union. Bei einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg warb Annalena Baerbock (Grüne) warb in diesem Zusammenhang für eine konkrete Beitrittsperspektive und einer Beschleunigung des Prozesses: "Es gilt jetzt, nicht nach Schema F zu verfahren, sondern diesen historischen Moment zu nutzen und der Ukraine mit Blick auf ihre Perspektive deutlich zu machen: Ihr gehört mitten in die Europäische Union."

 Söder bremst die Euphorie zum EU-Beitritt der Ukraine

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder betrachtet einen möglichen Eintritt der Ukraine in die EU jedoch wesentlich skeptischer. "Es wird ein langer Prozess sein. Wir wollen alles im Blick haben", so Söder laut dpa am Montag (20. Juni) bei einer Sitzung des CSU-Parteivorstands in München. Zum EU-Beitritt der Ukraine sei keine überstürzte Handhabe, sondern eine ganzheitliche Betrachtung notwendig: "Ganzheitlich heißt, ob die Europäische Union derart im Moment in der Lage wäre, eine solche Aufnahme überhaupt zu machen – wir sind da in großen Teilen skeptisch, […] ob das jetzt gelingen kann. Deswegen: Nichts überstürzen, sondern das Ganze realpolitisch angehen."

 EU-Beitritt ist an harte Kriterien gekoppelt

Zu den sogenannten Kopenhagener Kriterien, die ein Staat zum EU-Eintritt erfüllen muss, gehören neben diversen politischen Gesichtspunkten auch "eine funktionsfähige Marktwirtschaft und die Fähigkeit, dem Wettbewerbsdruck innerhalb des EU-Binnenmarktes standzuhalten".

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