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RKI veröffentlicht Daten: Aus diesem Grund sterben mehr Männer an Corona

28.01.2022 • 09:59

Männer haben im Vergleich zu Frauen ein größeres Risiko, schwer an Corona zu erkranken oder daran zu sterben. Doch warum sind die Todeszahlen bei Männern so viel höher?

Männer haben im Vergleich zu Frauen ein größeres Risiko, schwer an Corona zu erkranken oder daran zu sterben.
Das lässt sich aus den vom Robert Koch-Institut gemeldeten Infektions- und Todesfällen ablesen, die auch nach Alter und Geschlecht aufgeschlüsselt sind. 

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Doch warum sind die Todeszahlen bei Männern so viel höher? Laut einer Analyse des "Spiegel" sind Vorerkrankungen nicht dafür verantwortlich. Klar ist auch: Die geringere Zahl von Todesfällen lässt sich nicht mit niedrigeren Infektionszahlen bei Frauen erklären.
"Es war schon vor der Coronapandemie bekannt, dass Frauen eine schnellere Immunantwort gegen RNA-Viren aufbauen, zu denen Sars-CoV-2 gehört", erklärt Marcus Altfeld vom Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg gegenüber dem "Spiegel". 
Altfeld führt dies auf "ursprüngliche Geschlechterunterschiede" zurück. Ihm zufolge gehe es darum, ungeborene Kinder in der Schwangerschaft und Babys in der Stillzeit vor Infektionen zu bewahren.

Effizienz des weiblichen Immunsystems

Frauen bilden im Schnitt auch schneller Antikörper bei einer Infektion mit einem RNA-Virus, sagt Altfeld. Und diese Antikörper würden tendenziell auch länger bestehen bleiben - das gelte auch nach Impfungen.
Mit Blick auf neue Therapien für Covid-19 und darüber hinaus hält Altfeld deshalb die bessere Erforschung der Geschlechterunterschiede für wichtig. So könne man die Mechanismen, die für die effizientere Immunantwort bei Frauen verantwortlich sind, auch für Männer medizinisch nutzen.

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