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Sekunden-Leichtsinn am Steuer

Leichtsinnig, aber trotzdem weit verbreitet: Die Handynutzung am Steuer ist gefährlich – und kann teuer werden: Seit 2017 gilt eine neue Bußgeldverordnung.

10.04.2015 10:00 | 3:13 Min | © Sat.1

Blindflug am Steuer –so gefährlich ist das Handy während des Autofahrens

Jeder weiß, dass es verboten ist – und die meisten Menschen sind sich durchaus bewusst, dass sie sich und andere in Gefahr bringen. Trotzdem greifen viele gewohnheitsmäßig auch beim Autofahren zum Handy. Noch kurz einen Anruf erledigen, schnell die Whatsapp-Nachricht lesen oder den kürzesten Weg zum Termin googlen – es braucht nicht viel, damit Auffahrunfälle oder Schlimmeres passieren. Auf die seit Jahren steigende Zahl von Verkehrsunfällen durch Handys versucht die Polizei zu reagieren, indem sie regelmäßig massive Straßenkontrollen mit Schwerpunkt auf Handynutzung durchführt. Und das kann richtig teuer werden – seit 2017 gilt eine neue Bußgeldverordnung für Handy-Verstöße. Hier weitere Gründe, warum man beim Fahren die Hände vom Handy lassen sollte.

Handy am Steuer
© via pexels / CC0 Lizenz

Blick aufs Display: Smartphones lenken beim Fahren besonders stark ab

Vor allem die jüngere Generation steht im Ruf, keine Minute ohne ihr Smartphone auszukommen. Wenn es um Handy-Verstöße beim Fahren geht, sind aber nicht nur junge Erwachsene betroffen. Wie im Video zu sehen, holen auch Rentner während der Autofahrt wie selbstverständlich das Handy hervor. Unterschiede gibt es, wenn überhaupt, in der Art der Handy-Nutzung: Denn viele Smartphone-Nutzer schreiben Textnachrichten über kostenlose Online-Dienste, anstatt zu telefonieren – laut der im Video zitierten Umfrage auch ein Drittel der deutschen Autofahrer. Whatsapp, Mailprogramme und Nachrichten in sozialen Medien aber sind gefährlich: Denn beim Lesen und Schreiben der Nachrichten ist der Blick viel länger auf das Display gerichtet als beim Telefonieren. Wer bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 50 km/h nur eine Sekunde aufs Handy schaut, fährt 13 Meter völlig blind Schnelles Reagieren in Gefahrensituationen wird so unmöglich – und Unfälle sind vorprogrammiert.

Neue Bußgeldverordnung: Mit welchen Strafen müssen Handy-Sünder rechnen?

Bisher war nach Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung nur das Telefonieren mit dem Handy während des Fahrens ausdrücklich verboten. Um dem Digitalisierungstrend gerecht zu werden, ist die StVO 2017 angepasst worden. Ab sofort ist es Fahrern verboten, das Handy am Steuer auch nur in der Hand zu halten. Texten, Surfen und Telefonieren während der Fahrt werden mit Geldbußen von 100 statt wie bisher 60 Euro bestraft, in schweren Fällen droht sogar ein Fahrverbot. Übrigens: Das Verbot gilt mittlerweile auch für E-Reader, Tablets und andere digitale Geräte. 

Wie riskant ist das Handy während der Autofahrt wirklich?

Die stichprobenartigen Befragungen von Autofahrern im Video zeigen: Allen ist klar, dass mit dem Handy am Steuer das Unfallrisiko steigt. Wie hoch dieses Risiko tatsächlich ist, hat 2016 eine Studie des US-amerikanischen Virginia Tech Transportation Institute (VTTI) nachgewiesen. Die Wissenschaftler des VTTI überwachten die Autos von mehr als 3.500 Fahrern aller Altersgruppen mit eingebauten Sensoren und Kameras und werteten Fahrverhalten und Unfalldaten aus. Das Ergebnis: In knapp 70 Prozent aller Unfälle spielte Ablenkung eine Rolle. Unter Einbeziehung der Daten kam die Studie zum Ergebnis, dass durch das Telefonieren am Steuer die Unfallgefahr um das Fünffache, durch Schreiben und Lesen von Texten sogar um das Zehnfache steigt. Und die VTTI-Studie ermittelte noch einen anderen Wert, der bei der Polizei wahrscheinlich die Alarmglocken klingeln lässt: Im Zeitraum der Studie wurden Handys in 6,4 % der gesamten Fahrzeit benutzt – das sind etliche tausend Meter Blindfahrt auf vielbefahrenen Straßen.

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