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Sterbehilfe in Deutschland: Wie sie nun geregelt werden soll

19.05.2022 • 12:26

Das Thema Sterbehilfe soll in Deutschland neu geregelt werden.

Das Thema Sterbehilfe soll in Deutschland neu geregelt werden.

Bundesverfassungsgericht kippt Paragraf 217

Laut einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2020 hat jeder Mensch das Recht auf selbstbestimmtes Sterben und darf dazu Hilfe in Anspruch nehmen. Damit erklärten die Richter:innen den Paragrafen 217 im Strafgesetzbuch für nichtig. Dieser hatte geregelt, dass Menschen die wiederholt anderen bei der Durchführung ihres Suizidwunsches halfen, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren für geschäftsmäßige Sterbehilfe rechnen mussten.
Ü1: Gesetzentwürfe zur Regelung der Sterbehilfe
In den neuen Gesetzentwürfen soll vor allem sichergestellt werden, dass Sterbewillige eine selbstbestimmte Entscheidung treffen.
Eine fraktionsübergreifende Gruppe aus SPD, FDP, Linke und weiterer liberaler Parlamentarier:innen sieht vor, ein deutschlandweites Beratungsnetz aufzubauen. Es soll eine Frist von 10 Tagen nach der Beratung geben, um Fremdbestimmung oder einen Sterbewunsch aufgrund von einer schweren Episode im Leben besser ausschließen zu können. Zwei unabhängige Ärzt:innen müssen bezeugen, dass der Sterbewille unveränderlich ist.
 
Ein zweiter Entwurf, unter anderem von Renate Künast von den Grünen unterstützt, sieht eine striktere Regelung vor. Es soll zwischen dem Tod wegen einer schweren Krankheit und anderen Gründen differenziert werden.

Der strengste Entwurf kommt von SPD-Politiker Lars Castelluci. Er und Kolleg:innen aus Union, SPD, FDP, Grüne und Linke wollen die geschäftsmäßige Sterbehilfe wieder strafbar machen. Es soll allerdings Ausnahmen für sterbewillige Personen geben, bei denen eine Frist von drei Monaten gelten soll.

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