Teilen
Merken
Frühstücksfernsehen

Syphilis, Tripper und Co.: Die großen "Lustseuchen" kommen zurück!

17.04.2018 • 07:00

Jahrelang haben sich Politik und Öffentlichkeit erfolgreich dem Kampf gegen HIV gewidmet - dabei konnten sich aber Syphilis, Tripper und dergleichen ungebremst vermehren.

Sexuell übertragbare Infektionen breiten sich bedrohlich schnell aus. Zwar sinkt die Zahl der HIV-Neuinfektionen, aber bei Syphilis, Tripper und Chlamydien ist das Wachstum alarmierend. Außerdem ist mit einem drastischen weiteren Anstieg zu rechnen.

Jahrelang haben sich Öffentlichkeit und Politik intensiv und erfolgreich dem Kampf gegen HIV gewidmet, dabei wurden aber die minder schweren Infektionen ignoriert. Krankheiten wie Syphilis, Tripper und dergleichen konnten sich ungebremst vermehren.

Deren Wachstum ist alarmierend: Es gibt nun Auswertungen regionaler Schwangerschaftsuntersuchungen, nach denen jede zehnte Schwangere im Land mit Chlamydien infiziert ist. Bei Gonorrhö gibt es laut dem Zentrum für Seelische Gesundheit pro Jahr mindestens 26.000 Neuinfektionen deutschlandweit. Zahlen wie diese deuten aber nur auf die Spitze des Eisbergs hin, mahnen Fachleute.

Denn diese Infektionen gelten zwar als gut behandelbar. Aber Experten sind in Sorge, weil vermehrt Resistenzen gegen gängige Antibiotika beobachtet werden, insbesondere bei der Behandlung von Tripper. In Deutschland bisher allerdings nur in Einzelfällen.

In geringerem Maß werden Resistenzentwicklungen auch bei Syphilis und Chlamydien beobachtet. Die sind unter jungen Frauen und Männern weitverbreitet, auch weil die Bakterieninfektion oft weitgehend symptomfrei verläuft. Unbehandelt können in manchen Fällen Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten die Folge sein.

Ein Problem ist auch: Vielen ist es peinlich, über Geschlechtskrankheiten zu sprechen. Aber hier geht es um die Gesundheit! Also im Zweifel unbedingt die Hemmschwelle überwinden und einen Arzt zu Rate ziehen.