Teilen
Merken
Frühstücksfernsehen

Tauender Permafrost setzt gefährliche Gifte und Mikroben frei

11.01.2022 • 10:47

Permafrost nimmt gewaltige Flächen ein und kann bis zu eineinhalb Kilometer in die Tiefe reichen. Der Großteil stammt noch aus der letzten Eiszeit oder hat sich direkt danach gebildet - nun greift auch dort der Klimawandel. Und das ist gefährlich.

Bakterien, Atommüll, Methan: So gefährlich ist tauender Permafrost

Permafrost nimmt gewaltige Flächen ein und kann bis zu eineinhalb Kilometer in die Tiefe reichen. Der Großteil stammt noch aus der letzten Eiszeit oder hat sich direkt danach gebildet – nun greift auch dort der Klimawandel. Und das ist gefährlich. Denn wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) berichtet, werden durch den tauenden Boden nicht nur Treibhausgase wie Methan freigesetzt. Auch antibiotikaresistente Bakterien, über Jahrzehnte angesammelte Schadstoffe und radioaktive Abfälle lauern im tauenden Grund, so das RND. „Die Risiken der Schadstofffreisetzung werden komplett unterschätzt“, sagt Guido Grosse, Leiter der Sektion Permafrostforschung am Alfred-Wegener-Institut (AWI). Weil man sich lange nicht vorstellen konnte, dass der Permafrost wieder wegtauen könnte, sei er bei wirtschaftlichen oder militärischen Aktivitäten in der Arktis im 20. Jahrhundert als ideale Müllhalde angesehen worden. Gewaltige Mengen Industrieabfälle etwa von Bohrungen wurden dort ebenso verklappt wie radioaktiver Abfall, Mülldeponien wurden geschaffen, Atomwaffentests durchgeführt – nicht nur in Russland. „Für viele Regionen ist unbekannt, was da überhaupt liegt und wohin das Material gelangen wird, wenn es dort taut.“

Ökosysteme in Gefahr?

Auch die Mikroben machen Expert:innen Sorge: „Wir haben keine Ahnung, was sie anrichten könnten, wenn sie in unsere Ökosysteme freigesetzt werden“, so Forscherin Kimberley Miner vom Nasa Jet Propulsion Laboratory.

Weitere Videos