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Frühstücksfernsehen

Trotz hoher Infektionszahlen: Kassenärzte-Chef lehnt Maskenpflicht ab

22.06.2022 • 08:19

KBV-Chef Andreas Gassen spricht sich trotz gestiegener Infektionszahlen gegen eine Ausweitung der Maskenpflicht aus. Auch ist er gegen anlasslose Bürgertests.

Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hat sich gegen eine Ausweitung der Maskenpflicht und anlasslose Bürgertests ausgesprochen. Dabei sind die Infektionszahlen weiterhin hoch. Am Mittwochmorgen (22.6) lag der Inzidenzwert bei 488,7, wie das Robert Koch-Institut mitteilte.

Milde Krankheitsverläufe bei Corona

"Doch die Erkrankungsverläufe sind glücklicherweise überwiegend leicht", sagte der KBV-Chef dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND).
"Das Narrativ war immer, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werden dürfe. Deshalb können höhere Infektionszahlen als im Sommer nicht die Grundlage für Maßnahmen sein, etwa für eine erneute Maskenpflicht."

Eine Grundlage für eine erneute Maskenpflicht könne aber eine neue Mutation sein, die einen stärkeren Krankheitsverlauf hervorruft.

Auch spricht sich Gassen für das Aus von kostenlosen Bürgertests aus, denn "sie bringen sehr wenig und kosten sehr viel". Man solle sich stattdessen auf PCR-Testungen bei symptomatischen Patienten fokussieren.

Homeoffice statt Maskenpflicht

Die Forderung nach einer Wiedereinführung der Maskenpflicht kritisierte auch der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit von der Universität Hamburg. Andere Maßnahmen könnten effizienter sein, so der Virologe. "Sollte die Homeoffice-Regelung viel effizienter sein als eine Maskenpflicht, hätte im Herbst Homeoffice die höhere Priorität."

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