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Frühstücksfernsehen

Wer im Kriegsfall in Deutschland kämpfen müsste

13.06.2022 • 14:11

In Deutschland gibt es aktuell keine Wehrpflicht. Aber wer müsste im Falle eines Krieges dann das Land verteidigen?

Wer im Kriegsfall in Deutschland kämpfen müsste

Wer müsste eigentlich in Deutschland kämpfen und in den Krieg ziehen, wenn es tatsächlich hart auf hart kommt? Eine Frage, die in den letzten Jahren fast unwirklich schien und nun immer relevanter wird. Aktuell ist es so: Niemand muss zur Bundeswehr, wenn er oder sie nicht möchte.
Auch eine Wehrpflicht gibt es seit dem 1. Juli 2011 nicht mehr. Aber Achtung: Sie wurde nicht abgeschafft, sondern nur ausgesetzt. Im Grundgesetz ist sie weiter in Artikel 12 verankert: " Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden." Da niemand zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden darf, kann jeder der "aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, [...] zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden." 

Als erste werden Soldaten und Reservisten einberufen

Im Falle eines Krieges würden daher also zunächst aktuelle Soldat:innen und Reservist:innen einberufen. Im Anschluss daran könnte die Wehrpflicht wieder eingeführt werden und Männer im Alter von 18 bis 60 Jahre müssten den Dienst - entweder an der Waffe oder einen Zivil-Dienst - leisten. Die Wehrpflicht gilt für Frauen nicht. Auch das ist im Grundgesetz verankert: Frauen können nicht zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden. Wenn es allerdings nicht genug Freiwillige gäbe, könnten Frauen zu Diensten im Sanitäts- oder Heilwesen verpflichtet werden. Möchte man gar keinen Dienst leisten, sondern lieber das Land verlassen, ist auch das in Deutschland erlaubt. 

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