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WHO kritisiert Impfstoff-Verteilung: Reiche Länder verlängern Pandemie durch Booster

23.12.2021 • 08:00

Die WHO kritisiert allgemeine Booster-Impfprogramme in den reichen Ländern. Dies würde zur Verlängerung der Pandemie führen.

Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert die Booster-Impfungen in den reichen Ländern.
"Flächendeckende Auffrischungsprogramme werden die Pandemie wahrscheinlich verlängern, anstatt sie zu beenden", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Impfstoff für Booster in ärmeren Ländern gebraucht

Hätte man die Dosen für die Booster-Impfungen in reichen Ländern an Gesundheitspersonal und gefährdete Menschen in ärmeren Ländern gegeben, hätten schon im September 40 Prozent der Menschen aller Länder geimpft werden können.
Die WHO geht davon aus, dass bei einer globalen Impfquote von 40 Prozent die akute Phase der Pandemie beendet wäre. Doch mehr als die Hälfte aller WHO-Mitgliedsstaaten verpassten dieses Ziel, so Tedros.

WHO: In ärmeren Ländern fehlt Impfstoff

Der Grund dafür sei, dass Impfdosen in Länder geliefert würden, die bereits eine hohe Durchimpfungsrate haben. In ärmeren Ländern fehle dieser Impfstoff. Somit habe das Virus die Gelegenheit, sich in unterversorgten Gegenden auszubreiten und neue Varianten zu bilden.
Auch der unabhängige Impfrat SAGE, der die WHO berät, sprach sich gegen allgemeine Booster-Impfprogramme aus.
"In Anbetracht der anhaltenden Unsicherheit über eine globale Impfstoffversorgung und Chancengleichheit müssen die Entscheidungen einzelner Länder über Auffrischungsprogramme den Nutzen für die öffentliche Gesundheit der eigenen Bevölkerung mit der Unterstützung einer weltweiten Chancengleichheit beim Impfstoffzugang abwägen", so die neue Empfehlung.

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