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Streit um Atomwaffen

Deshalb nannte Tillerson Trump einen "Idioten"

In der letzten Woche schlug die Meldung, dass US-Außenminister Rex Tillerson Donald Trump als Idiot bezeichnet haben soll, hohe Wellen. Nun berichtet der US-Sender NBC, was Tillerson offenbar zu dieser Aussage getrieben hatte.

11.10.2017 21:47 Uhr / dpa
Tillerson und Trump
© dpa

In der letzten Woche schlug die Meldung, dass US-Außenminister Rex Tillerson Donald Trump als Idiot bezeichnet haben soll, hohe Wellen. Nun berichtet der US-Sender NBC, was Tillerson offenbar zu dieser Aussage getrieben hatte. Demnach soll sich Trump bei einem Treffen mit einigen Ministern und Sicherheitsberatern dafür ausgesprochen haben, das ohnehin bereits enorme US-Atomarsenal um fast das 10-fache aufzustocken. Seine Minister - darunter auch Tillerson - rieten ihm jedoch davon ab. Trump selbst streitet dies ab und bezichtigt die Medien - wie so oft - unisono der Lüge.

Trump beschuldigte NBC, Falschnachrichten zu verbreiten. Es handele sich um pure Fiktion, schrieb er auf Twitter. In einer weiteren Nachricht fügte er hinzu: «Mit all den Falschnachrichten, die von NBC und den anderen Sendern verbreitet werden, an welchem Punkt ist es angemessen, ihre Lizenz anzufechten?».

USA haben aktuell 1750 Nuklearsprengköpfe

NBC berief sich dabei auf drei Personen, die bei dem Treffen anwesend waren. Der Präsident habe mit seinen Bemerkungen auf eine Abbildung reagiert, die die Reduzierung des Arsenals seit den späten 1960er Jahren gezeigt habe. Trump habe erkennen lassen, dass er einen größeren Kernwaffenbestand wolle. Seine Berater hätten überrascht auf die Aussage reagiert, hieß es in dem Bericht weiter. Sie hätten ihm anschließend erklärt, dass die militärische Stellung der USA heutzutage größer sei, als es zum Zeitpunkt des Höhepunktes der nuklearen Aufrüstung der Fall gewesen sei.

Die USA verfügen derzeit über rund 1750 nukleare Sprengköpfe, in Flugzeugen, U-Booten und auf Interkontinental-Raketen. 180 Sprengköpfe sind nach Angaben der Arms Control Association in fünf europäischen Ländern stationiert. Darüber hinaus haben die USA ein Lager von rund 4000 Sprengköpfen, die in Reserve stehen, aber teils nicht oder noch nicht zur militärischen Nutzung aktiviert sind. Ferner sind 2000 Sprengköpfe ausrangiert, die in Teilen theoretisch noch nutzbar wären.

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