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Filippo Grandi & Angela Merkel

Merkel stellt mehr Geld für Flüchtlingskrise in Aussicht

Heute traf sich Angela Merkel mit dem Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, Filippo Grandi. Erste Ergebnisse sind bereits bekannt.

11.08.2017 13:38 Uhr / dpa
Merkel mit neuen Erkenntnissen zur Flüchtlingskrise
© Gregor Fischer/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für die Bewältigung der Flüchtlingskrise mehr Geld in Aussicht gestellt. Deutschland könne dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) im laufenden Jahr bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen, sagte Merkel am Freitag in Berlin. «Am Geld darf diese Arbeit nicht scheitern», betonte die Kanzlerin nach einem Treffen mit dem UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi und dem IOM-Generaldirektor William Lacy Swing. Merkel sagte, vor allem das Problem der illegalen Migration aus Libyen stelle eine Herausforderung dar.

Mehr dauerhafte Flüchtlinge

Merkel unterstützt den Vorschlag, mehr Flüchtlinge als bisher geplant dauerhaft in der EU aufzunehmen. Sie zeigte sich am Freitag offen, die Zahl der europaweit zugesagten Plätze von 20.000 auf 40.000 zu verdoppeln. Dies sei eine Zahl, die «eine Europäische Union mit 500 Millionen Einwohnern wohl verkraften kann», sagte Merkel. Voraussetzung sei allerdings, die illegale Zuwanderung besser in den Griff zu bekommen.

Für Deutschland versicherte Merkel, «dass wir bereit sind, unseren Teil zu tragen». Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen des EU-Abkommens mit der Türkei, wo Deutschland bereits in Vorleistung gegangen sei. Im Rahmen des «Resettlement-Programms» der Vereinten Nationen hatten sich die Mitgliedsstaaten der EU vor einigen Jahren zur Schaffung von 20.000 Plätzen für Flüchtlinge aus Syrien verpflichtet. Davon sollen 1.600 Menschen nach Deutschland kommen.

Treffen mit UN-Flüchtlingshochkommissar

Angela Merkel hatte sich am Freitag in Berlin mit dem Hochkommissar der Vereinten Nationen (UN) für Flüchtlinge, Filippo Grandi, getroffen. Bei dem Gespräch ging es auch um die weltweit gewaltig gestiegenen Flüchtlingszahlen. Bei der Unterredung und dem anschließenden Mittagessen war nach Angaben des Kanzleramts auch der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), William Lacy Swing, mit dabei. 

Im vergangenen Jahr waren weltweit 65,5 Millionen Menschen vor Krieg, Gewalt und Verfolgung auf der Flucht, 300.000 mehr als im Jahr davor. Jeder Fünfte stammte aus Syrien, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR im Juni berichtet hatte. Jede einzelne Minute des Jahres mussten demnach irgendwo auf der Welt 20 Menschen fliehen. Jeder 113. Mensch auf der Welt sei ein Flüchtling. Seit 1997 hat sich die Flüchtlingszahl praktisch verdoppelt.

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